Bier-Bildung | Wissenswertes über unser Biersortiment

Häufig stellt ihr uns die Frage, in welchen Regionen des Landes eigentlich unsere verschiedenen Biersorten beheimatet sind. Hier eine kleine Übersicht mit einigen interessanten Fakten:

#1 – Otto Hübner Bräu – Vollbier | Steinfeld (Fränkische Schweiz), Oberfranken
In der Idylle der Fränkischen Schweiz am Ursprung der Wiesent gelegen, beherbergt Steinfeld eine der traditionsreichsten Brauereien der Region. Einen Zwischenstopp, um zumindest das süffige, bernsteinfarbene Vollbier zu probieren, sollte man hier also auf jeden Fall einplanen, wenn man zu Fuß durch die vom Jura gezeichneten Kalk- und Dolomiten-Felsen wandert.

#2 – Spezial Bräu – Rauchbier | Bamberg, Oberfranken
Das Rauchbier steht für die jahrhundertealte Tradition der Bamberger Braukunst. Der Rauchgeschmack entsteht, da der Trocknungsprozesses des Malzes durch die Befeuerung mit Buchenholz beschleunigt wird. Auch die dunkle Farbe dieses Bieres ist auf diesen Räucherungsprozess zurückzuführen.

#3 – Held Bräu – Dunkles | Oberailsfeld (Fränkische Schweiz), Oberfranken
Die dunkle Farbe bekommt das altfränkische Bauernbier durch die Hinzugabe von geröstetem, tief-braunem Gerstenmalz. In Verbindung mit dem untergärigen Brauprozess entsteht so eine fein-süßliche, malzige Note, die dem Dunklen den so typischen Geschmack verleiht.

#4 – Mahr’s Bräu- U(ngespundet) | Bamberg, Oberfranken
Wie hört es sich an, wenn drei Franken jeweils ein Ungespundetes bestellen? „A U, a U, I a a U“. A U ist ein unfiltriertes Kellerbier, das, wie man dem Namen entnehmen kann, traditionell „auf dem Bierkeller“ getrunken wird und noch restliche Eiweis- und Hefestoffe beinhaltet, die diesem Bier die bekanntliche Trübe verleihen.

#5 – Keesmann – Herrenpils | Bamberg, Oberfranken
Bambergs wohl bekanntestes Pils, das bereits deutschlandweit zahlreiche Preise abstauben konnte. Herb im Geschmack, weil stärker gehopft, ist ein derartiges Pils im fränkischen Raum eher selten, da hier die süffigen Variationen des Bieres bevorzugt werden. Pilstrinker kommen also voll auf ihre Kosten.

#6 – Rothaus – Tannenzäpfle Pils | Rothaus (Schwarzwald), Baden-Württemberg
Ein Bier, das dem Hochschwarzwald (ca. 1.000 Meter über Meeresspiegel) entstammt und in den Kupferkesseln der Badischen Staatsbrauerei Rothaus nach Pilsener Brauart gebraut wird. Weder zu süß, noch zu herb.

#7 – Jever – Pils | Jever (Friesland), Niedersachsen
Im hohen Norden Deutschlands mögen sie’s herb. Entsprechend ist das Jever-Pils das bitterste in unserem Bier-Fundus.

#8 – Weisses Bräuhaus G. Schneider & Sohn  – Weizen | Kelheim, Niederbayern
Ein Weizen ist ein mit obergäriger Hefe angesetztes Bier, dem im Brauprozess nicht nur Gersten-, sondern auch Weizenmalz beigefügt wird. Aufgrund des Reinheitsgebots  war den Bierbrauern die Herstellung dieser Bierspezialität im 16. Jahrhundert untersagt. 1872 gründete Georg Schneider I, der erste Bürgerliche Bayerns mit dem Privileg, Weizen brauen zu dürfen, das Weissbier-Bräuhaus in München, das mittlerweile von Georg Schneider VI geführt wird.

#9 – Gutmann Bräu – Weizen | Titting (Eichstätt), Oberbayern
Heute Teil Oberbayerns, wo ein Weizen eigentlich ein Weissbier ist, gehörte Eichstätt und somit auch die Brauerei Gutmann bis zur Gebietsreform 1972 zum Regierungsbezirk Mittelfranken. Was auch nach dem Wechsel blieb, war das „Weizen“.

#10 – Mönchshof – Naturradler | Kulmbach, Oberfranken
Zwar nennt sich Kulmbach selbst die heimliche Hautstadt des Bieres, ob der schier unerschöpflichen Fülle an Brauerein im Frankenland, ist hier aber wohl eher der Wunsch Vater des Gedankens. Heimliche Hauptstadt des Naturradlers aber sind die Kulmbacher – das muss man ihnen lassen.

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Vorgestellt | The Instant Voodoo Kit

Ist es nötig, eine Band wie The Instant Voodoo Kit vorzustellen, die im Süden Deutschlands bereits fast ein jeder kennt? Eigentlich nicht, wir tun es dennoch.

The Instant Voodoo Kit ist…

… ein mittlerweile aus zehn Männern und drei Frauen bestehendes Künstler- und Musiker-Kollektiv, das sein Dasein nicht in modrigen Proberäumen und dunklen Tonstudios fristen, sondern Musik vor und für Menschen auf der Bühne machen möchte. Entsprechend nutzen sie, die sie aus Würzburg kommen und heute über ganz Deutschland verteilt leben, die Gunst der gemeinsamen Stunde und geben morgen Abend, am 25. März, spontan ein Acoustic-Konzert im Stilbruch. Denn hier finden sie all das, was für so einen Auftritt nötig ist: „den Platz, die Leute und das Bier – eine tolle Location“.

Ihre Musik ist…

… grenzüberschreitende Kunst: Sie ist Rock’n’Roll und Ska, Klezmer und Balkan, Swing und Chanson; sie ist Klarinette und Saxophon, Tuba und Posaune, Banjo und Harfe, Geige und Cello; sie ist vielschichtig und vielseitig, einfallsreich und eingängig; sie ist ein Potpourri unterschiedlichster Einflüsse und somit ist sie vor allem eines nicht: langweilig.

Ihre Show ist…

… kreatives Chaos. Sie unterstreicht die musikalische Vielfalt der Band und gleicht mit den kuriosen Kostumierungen sowie der originellen Requisite einem bunten Varieté, dessen Bann man sich kaum zu entziehen vermag. Entsprechend sind sie nicht nur auf den Bühnen im Süden des Landes, sondern auf denen in ganz Deutschlands zuhause – ob Mainz und Leipzig oder Hamburg und München.

Feuer gefangen? Dann hier reinhören und morgen Abend um 20.30 Uhr im Stilbruch vorbeischauen.

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Soundcheck | He Told Me To – Hurricane Roleplay

„Indie-Pop“ – es wäre wohl einfacher, den altbekannten und vielbeschworenen Pudding an die Wand zu nageln, als diesen Begriff in irgendeiner Weise zu greifen. Zu inflationär ist der Gebrauch, zu diffus und vage die Bedeutung. Nun besitzt eben diese Vagheit zwei große Vorteile: So ist der Musikhörernde, der nicht weiß, was ihn erwartet, mitunter schwer in seinen Erwartungen zu enttäuschen;  und der Musikschaffende fesselt sich nicht an ein eng definiertes Genre, was ihm kreative Freiräume lässt im Changieren mit den unterschiedlichsten Musikstilen, -richtungen und -einflüssen.

Man darf unterstellen, dass Sandro Weich um letzteren Vorteil dieses „Genres“ wusste, als er nach und nach begann, seinen zweiten Longplayer „Hurricane Roleplay“ zu texten und zu produzieren. Oder es war Zufall. Jedenfalls schuf der in Lichtenfels geborene und heute in Coburg lebende Musiker, der sich vor einigen Jahren dem eigenen (eigentlichen) Solo-Projekt He Told Me To verschrieb, eine Platte, die ihre Stärke in der Vagheit, der Vielfältigkeit, der Unverortbarkeit hat.

Mit dieser Unverortbarkeit spielt er – durchläuft ein Genre und bricht mit diesem bereits im darauffolgenden Song: teils klassisch rockig, teils experimentell poppig, lähmt er mit erdrückender Melancholie und beflügelt anschließend mit aufbauendem Optimismus. So holen einige Songs („Andy [My Girlfriend On Demand]“, „Blink & Memory“) den sonnig-warmen Frühling herbei, während andere („Who’s The Lion“, „Sail Along“, „Working Bee“, „Petty Tyrant“) einen in die düster-kalte Winterzeit zurückdrängen. Zugegeben, die Melancholie, sie überwiegt. Doch wird sie, bevor sie beginnt die Überhand zu gewinnen, – ganz konsequent im Stile der Unverortbarkeit – durch lebendige und impulsive Elemente sowie lateinamerikanische und elektronische Nuancen gebrochen.

„Hurricane Roleplay“ ist also ein Album, das zwar das Rad nicht neu erfindet, das man sich aber ob seiner Vielfalt – seiner klassischen Einflüsse und seiner durchaus experimentellen Nuancen – unbedingt anhören sollte. Auch, weil es sich in zahlreiche Lebenssituationen verorten und übertragen lässt. Einen ersten Live-Eindruck gibt es beim Release-Konzerten am 23. März im Sound ’n‘ Arts, dann steht He Told Me To, anders als gewöhnlich, in Bandbesetzung auf der Bühne.

Denkt daran: support your local musicians!

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Interview | Better Call Soul – pink mike & LeNeuf

LeNeuf und pink mike, zwei Soul-Supporter, die vor einigen Jahren gemeinsam beschlossen, die Veranstaltung „Better Call Soul“ ins Leben zu rufen, um so Frischluft in die Techno- und House-Hochburg Bamberg zu bringen. Wir haben mit den beiden vor ihrem Auftritt am 17. März im Stilbruch gesprochen:

Stilbruch: Wie seid ihr dazu gekommen, die Veranstaltung „Better Call Soul“  ins Leben zu rufen und so den Soul nach Bamberg zu bringen?
LeNeuf (Daniel): Das war doch eigentlich so ne klassische Schnappsidee, oder?
pink mike (Michi): Schnapsidee ja, aber du hast ja begonnen und hast die erste „Better Call Soul“-Veranstaltung alleine gemacht. Ich selber hatte vorher ab und an mal abends im Freiraum Soul aufgelegt, was aber keine feste Veranstaltung war. Irgendwann bin ich auf dich zugegangen und gemeinsam haben wir dann – bei viel Schnaps – festgestellt, dass unsere musikalischen Richtungen doch recht deckungsgleich sind. Von da an haben wir diese Veranstaltung zusammen aufgezogen.
Und warum Soul?
LeNeuf: Bevor ich diese Musik entdeckt hab, hab ich ab und an Punk und Indie aufgelegt. Irgendwann bin ich Zuhause, auf Youtube oder so, zufällig auf diese Soul-Schiene gestoßen und dachte mir so: geil, taugt mir ziemlich. Und wenn mir etwas gefällt, dann such ich weiter. Nach und nach hab ich mir dann hunterte Soul-Platten gekauft. Aber ich weiß noch, die ersten Male gings beim Auflegen öfter mal: Michi, ich hab keine Platten mehr, mach du weiter!
pink mike: Ich hab als Jugendlicher lange nach einer Musikrichtung gesucht, die mir zusagt, und bin dann irgendwann auf 70-er Jahre Disco-Musik gestoßen. Von dort aus gings weiter Richtung Soul. Als ein Kumpel gefragt hat, ob ich in Braunschweig bei einem Soul Allnighter auflegen möchte, hab begonnen, mir Platten zu kaufen. Zu dem Zeitpunkt hab ich nochmal gemerkt, dass Soul eine derart vielfältige Musikrichtung ist, die mir total zusagt – von den Texten, den Melodien und den Liedstrukturen her. Deswegen bin bei Soul geblieben. Dass wir hier und heute Soul auflegen, liegt aber auch daran, dass Techno und House in Bamberg tatsächlich sehr präsent sind. Das merken wir an den Rückmeldungen, die wir während und nach unseren Veranstaltungen bekommen, denn die Leute freuen sich, dass es mal was anderes gibt.
Ihr legt ausschließlich analog mit Schallplatten und Plattensppielern auf. Warum keine Spotify-Playlist und ab ans Glas?
pink mike: Als ich nach Bamberg kam, hab ich viel mit Laptop aufgelegt – Electroswing und House – bin davon aber komplett weg, weil es mich irgendwann nur noch genervt hat. Man kann sich mittlerweile so viel Musik aus dem Internet besorgen – entweder bezahlt oder kostenlos -, dass ich irgendwann überfordert war mit diesem Überangebot. Mit Vinyl habe viel mehr Verbindung zu einem Track. Klar muss man da auch Geld in die Hand nehmen, aber man kauft sich keine 50 Platten auf einmal, sondern vielleicht zwei, drei und hört die dann auch mal richtig durch und überlegt sich, welcher Song wo und wann passt. Für mich war das so ein Aha-Erlebnis, durch das mir das Auflegen heute wesentlich mehr Spaß macht.
LeNeuf: Ich war auch schon immer ein Analog-Fan. Klar hatte ich auch meinen MP3s auf dem Rechner. Aber ich hab schon früh gemerkt, dass ich mir wesentlich mehr Zeit für die Musik nehme, sobald ich eine CD oder Platte einlege, wohingegen am Laptop die Musik eigentlich nur nebenher läuft. Natürlich ist es schön, eine Spotify-Playlist zu haben. Aber wenn man sich intensiv mit Musik beschäftigen möchte, ist analog immer besser.
pink mike: Übrigens! Außerdem ein wichtiger Aspekt: Bis man einen Plattenspieler oder eine Plattennadel schrottet, muss man schon einen ziemlich rabiaten Umgang an den Tag legen. Eigentlich passiert da nichts, wohingegen mir damals der Laptop während des Auflegens öfter einfach abgeschmiert ist, was dann ziemlich ärgerlich ist.

LeNeuf (rechts) und pink mike.

Also ist analog auflegen sogar wesentlich sicherer?
pink mike: Definitiv, weil einfach wesentlich weniger Technik dahinter steht, die du nicht durchsteigen kannst. Der Nachteil ist die Logistik: Ein Laptop wiegt vielleicht zwei Kilo und ein USB-Stick zehn Gramm (lacht). Und um nen ganzen Abend zu spielen – also rund sechs Stunden ungefähr – brauchst du halt entsprechend viele Platten.
Wie viele besitzt ihr denn aktuell?
LeNeuf: Zuhause, 400 bis 500 ungefähr.
pink mike: Joa, so ungefähr. Und das ist noch ne relativ kleine Sammlung.
Und wie viele nehmt ihr mit für einen Abend?
LeNeuf: Gute Frage. Alles, was reinpasst in die Tasche. (lacht)
pink mike: Ich tendiere auch immer dazu, viel zu viel mitzunehmen. Es ist halt eben auch die Herausforderung: Man bestreitet zu zweit einen ganzen Abend und möchte auch eine gewisse Dramaturgie in das Set zu bekommen. Dafür braucht man eben auch eine Auswahl.
LeNeuf: Dazu kommt außerdem, dass wir uns nicht schon vorher vornehmen, was wir abends spielen. Wir wollen auf die Leute reagieren. Wenn man merkt, dass die Tanzfläche leer wird, muss man etwas ändern. Eine große Auswahl ist also gut, um dementsprechend alle Richtungen bedienen zu können, bis dann hoffentlich irgendwas ankommt und die Tanzfläche sich wieder füllt.
Hier in Bamberg habt ihr schon einige Locations bespielt – alle mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Vorzügen. Was sind die Voraussetzungen und Vorzüge im Stilbruch?
LeNeuf: Ihr habt Otto Hübner. Punkt. (lacht)
pink mike: Ja dann füg ich hinzu: Ihr habt Jever. (lacht)
LeNeuf: Nein, man hat hier auf dem Podest das DJ-Pult eine klasse Übersicht und davor eine gerade, große Tanzfläche. Es ist einfach sehr schön aufgebaut und aufgeteilt. Man hat alles im Blick, es zieht die Leute nach vorne zum Tanzen, weil der Barbereich eher weiter hinten im Raum liegt. Und wenn wir auflegen, wollen wir auch, dass die Leute sich bewegen.
pink mike: Also von dem Schatz an Platten, den wir besitzen, spielen wir viele, zwar nicht nur, aber eben viele bekannte Sachen. Tracks, zu denen man tanzen kann. Unser Anspruch ist es schlichtweg, dass ordentlich Bewegung auf der Tanzfläche herrscht. Und das ist hier im Stilbruch möglich.
Was sind eure Aussichten als DJ-Duo für die Zukunft?
LeNeuf: Also Michi ist jetzt weg, in Hamburg, und wir schauen, dass wir in etwa alle zwei Monate in Bamberg eine „Better Call Soul“-Veranstaltung starten.  Außerdem sind wir aktuell auch dabei, das Ganze etwas in die Ferne zu tragen: Wir sind jetzt beispielsweise morgen das zweite Mal in Mainz, im Schick und Schön. Und wir schauen außerdem, ob wir in Hamburg eine Location finden. Das sind so unsere Pläne.
Dann alles gute euch beiden und danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt.

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Interview | Schabesos und der Rosenmontag

Das Rosenmontagskonzert der Schabesos gehört mittlerweile zum Stilbruch wie das Bier zu Bamberg. Vor ihrem Auftritt am 27. Februar haben wir Marcel, einem der musikalischen Köpfe der Band, die in dieser Formation nur einmal im Jahr auf der Bühne steht, ein paar Fragen gestellt:

Stilbruch: „Schabesos“, der Name kommt einem irgendwie spanisch vor?
Marcel Pelikan: Tatsächlich ist „Schabeso“ein alter Begriff aus Bamberg für weißes Limo und stammt von einer Limonade (Chabeso), die auf Basis von Milchsäure produziert wurde. Mein Opa hat mich früher immer gefragt, ob ich ein Chabeso möchte und dann habe ich immer die gute Albrecht Dürrer Perle von der Bamberger Limofabrik Schüller bekommen. Der Name klang auch irgendwie international und deswegen haben wir uns dann dafür entschieden.
Die Band existiert mittlerweile schon rund 15 Jahre – was war die Initialzündung?
Unseren ersten gemeinsamen Auftritt hatten wir 2003 anlässlich eines 50. Geburtstages in einer Flugzeughalle in Mannheim. Gerald, unser Bassist und Gitarrist, wurde gefragt, ob er nicht für die musikalische Untermalung sorgen könnte. Im Stilbruch hat Gerald dann aus einer Bierlaune heraus Jochen, der später von Michel abgelöst wurde, und Manu gefragt, ob sie nicht Lust hätten mitzumachen. Da ich mit Gerald schon in einer anderen Band, den Napkin Rash, Musik gemacht hatte, wurde ich später auch noch engagiert. Der damals 12 jährige Sohn von Jochen – Michi –  vervollständigte die Band als Schlagzeuger und Bekki kam später außerdem mit ihrer Geige dazu. Der erste Auftritt war damals dann doch sehr dilettantisch und die Kaffeemaschine hat immer die Sicherung raus gehauen. Aber das Publikum war trotzdem sehr euphorisch.
Und wie seid ihr damals im Stilbruch gelandet?
Wir waren und sind quasi Stammgäste. Unseren ersten Auftritt im Stilbruch hatten wir dann 2004 –  wieder bei einem 50. Geburtstag, bei dem dann auch Heiko Cookie zu uns gestoßen sind. Und ein Jahr später, 2005, wurden wir dann zum ersten mal von Steve für den Stilbruch am Rosenmontag  gebucht.
Welche Musik hat es euch besonders angetan?
Musikalisch sind wir so bunt wie unsere Mitglieder. Jeder macht Vorschläge, wir überlegen, wie und ob wir diese Songs umsetzen können und wer welchen Part übernimmt. Insgesamt sind wir aber sehr gittarenlastig und laut. Das wichtigste ist aber, dass es uns Spaß macht und wir unsere Spielfreude auch dem Publikum vermitteln können. 
Und was veranlasst euch seit so vielen Jahren, am Rosenmontag immer wieder dieses Konzert zu spielen – mittlerweile dann schon zum 12. Mal?
Es ist einfach eine saucoole Party. Es kommen immer viele Leute, wir sind eigentlich immer ausverkauft, und irgendwie haben wir es bisher immer geschafft, die Leute mitzureißen.
Den Song „Wild Thing“ von The Troggs spielt und interpretiert ihr in jedem Jahr immer wieder neu.  Auf was dürfen wir uns diesmal freuen?
„Wild Thing“ ist tatsächlich das einzige Lied , das wir vorher nie Proben. Es wir nur kurz abgesprochen wer wann sein Solo spielt, dann geht’s los. Also jedes Jahr eine Art „Überraschungsei“, und das wird es dieses Jahr auch. Also Abwarten!
Danke, Marcel, dass Du Dir die Zeit genommen hast!


Bandprofil – Schabesos
Gegründet:
August 2002
Genre:

Rockmusik
Mitglieder: 
Mazl Schabeso (Gesang, Mundharmonika)
Manu Schabeso (Gesang)
Cookie Schabeso (Gesang, Schlagwerk) 
Gerald Schabeso (Gitarre, Gesang, Bass)
Heiko Schabeso (Gitarre, Gesang)
Michi Schabeso (Trommeln & Becken)
Bekki Schabeso (Geige)
Michel Schabeso (Bass)

http://www.schabesos.de/


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Stilbruch-Gesichter | Tom Stapelfeld – taktvoll-sarkastisch

Sollte er eines Tages von uns scheiden, so ist die Wahrscheinlichkeit groß,  dass er im falschen Moment und zur falschen Zeit seinen Sarkasmus nicht zügeln konnte: Tom Stapelfeld, professioneller Ironiker, nebenberuflich Musiker, Theker und die Farbe Grau in Fifty Shades of Grey.

1988 in Folge eines erfolgreich verwandelten Freistoßes als Sohn eines Profifußballers im Stadion von Lokomotive Leipzig auf die Welt gegrätscht, erlebte Tom das Ende des Kommunismus aus sichererer Entfernung, nämlich im oberfränkischen Bayreuth. Denn dort hatte sein Vater 1990 bei der SpVgg Bayreuth angeheuert, um in der Zweiten Liga von nun an den westdeutschen Rasen zu beackern.

Dass Talent nicht zwangsläufig Y-chromosomal-dominant weitervererbt wird, sollte an dieser Stelle freudig erwähnt werden. Denn trotz einiger Versuche als Wadenbeißer, Knochenbrecher und Laufwunder im Jugendfußball, blieb am Ende, außer der Kenntnis, es wenigstens versucht zu haben, von Toms eigener Kicker-Karriere nicht viel übrig.

Und so begann, was das Schicksal für ihn vorgesehen hatte: Der junge Tom ließ fortan seinen latenten Aggressionen nicht mehr auf dem grünen Rasen freien Lauf, sondern bearbeitete anstatt der Sprunggelenke seiner Gegenspieler nun die Snare Drum seines Musiklehrers. Und weil er das so fleißig tat, spielte er schon bald in der schuleigenen Schülerband. Die musste er nach dem erfolgreichen Abitur 2007 allerdings zwangsläufig verlassen. Tom ärgerte sich. Wäre er doch nur etwas dümmer geboren.

Wenn Tom S. etwas beherrscht, dann das bedeutungsschwangere Blicken in die Ferne – egal ob nach rechts oder links!

Doch wie es das Schicksal wollte, entstand im Jahr 2010 auf den Trümmern eben jener Schülerband, nachdem Tom zwischendurch ein Studium der Raumfahrt begonnen und wieder abgebrochen hatte, da es ihn schlichtweg unterforderte, ein ganz neues Musikprojekt: die Bayreuther Indie-Band We Are The Planet.

Man spielte deutschlandweit zahlreiche Gigs, unter anderem bei on3-südwild, und erklomm so nach und nach und Strebe für Strebe die Leiter in Richtung Musik-Olymp. Nachdem die Band 2015 gemeinsam mit Martin Glover (YOUTH) in London den Song Circles aufgenommen hatte, lag  bereits der fein-süßliche Duft des Erfolges in der Luft und in gar nicht allzu weiter Ferne sah man nicht enden wollende Pool-Parties, mit Alkohol, Koks und schönen Frauen in knappen Bikinis.

Doch eine durchwachsene Zündfunk-Montagsdemo-Rezension von Hobby-Ornithologe und Band-Sargnagel Thees Uhlmann, seines Zeichens verantwortlich für die Trennung der Popgruppe Echt, veränderte alles. Nein, sie veränderte nichts. Aber dennoch trennten sich nach einem letzten gemeinsamen Gig mit Charlotte im Stilbruch im Frühjahr 2015 die Wege der We Are The Planet-Bandmitglieder.

Und Tom, der im Jahre 2012 nach Bamberg gezogen war, seither im Fach Sarkasmus promoviert und als Theker im Stilbruch arbeitet, war von nun an bandlos. Durch den Jobcenter wurde er jedoch auf eine von der Band Charlotte ausgeschriebene Halbtagsstelle als Drummer und Social-Media-Beauftragter aufmerksam. Nach erfolgreicher Bewerbung gibt er dort seither den Takt vor und postet bei Facebook lustige Katzen-GIFs.

Und wenn in wenigen Monaten Toms anderthalbjährige Probezeit bei Charlotte vorüber ist, bekommt er bei Auftritten vielleicht sogar ein Mikrofon. Denn lustig ist er allemal. Und keiner vereint zwei derart ambivalente Charkakterzüge in sich, wie Tom es tut: charmant-sarkastische Scharfzüngigkeit gepaart mit liebevoll-naiver Unsicherheit.

Im Stilbruch ist er so zu einer wichtigen Stütze aufgestiegen, trotz seiner zierlichen Figur und trotz des Umstandes, dass er bei der wöchentlichen Bier-Bestellung – selbstverständlich unabsichtlich –  auch mal die zehnfache Menge Jever Fun ordert. Quizfee, Konzert-Tontechnik, Co-Hofchef der Stilbruch-Hofbar, Musik BingoO – hier ist er nicht nur Theker, das weiß Tom, und er weiß es zu schätzen: „Der Stilbruch gibt einem die Möglichkeit, sich selbst zu entfalten. Man kann sich hier kreativ austoben.“ Ein Punkt ist ihm aber besonders wichtig, und den möchte er auch gerne betonen: „Immer wenn ich zur Arbeit komme, ist René da und ich weiß, dass er noch schlechter rasiert ist als ich.“

Tom Stapelfeld, der taktvoll-sarkastische Musik- und (heimliche) Jever-Fun-Liebhaber.

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Munich & Moscow Mule – Ipanema | So geht’s

Frischer Wind auf der Stilbruch-Getränkekarte: Zusätzlich zu MOSCOW & MUNICH MULE gesellt sich im Frühjahr der erfrischend würzige und alkoholfreie IPANEMA. Mit welchen erlesenen Zutaten wir diese drei Drinks für euch zubereiten und wie ihr sie zu Hause selber nachmachen könnt, seht ihr hier:

  • MUNICH MULE (0,2l)
    – Eiswürfel
    – 4cl Gin
    – mit Thomas Henry Spicy Ginger auffüllen
    – Gurkenscheiben
  • MOSCOW MULE (0,2l)
    – Eiswürfel
    – 4 cl Wodka
    – Saft einer halben Limette
    – mit Thomas Henry Spicy Ginger auffüllen
  • IPANEMA (0,3l)
    – eine geachtelte Limette
    – Rohrzucker
    – zerstößeln
    – Crushed Ice
    – mit Thomas Henry Ginger Ale auffüllen

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Vorgestellt | Kosument

Die Bandmitglieder sind…

…Marius Buck (Schlagzeug) aus dem Allgäu. Er präsentiert gerne seinen bajuwarischen Dialekt, ist fanatischer Survivaldude sowie Extremsportler mit Hang zur Selbstzerstörung und außerdem leidenschaftlicher Pilzesammler…

…Stefan Goldbach (Kontrabass) aus Bamberg, was auch die vielleicht aufkommende Frage beantwortet, warum es Konsument in den Stilbruch verschlägt. Er hat den vollsten Terminkalender der Welt, weil sein Lebensmotto, seitdem er Jim Carrey in „Der Ja-Sager“ gesehen hat, „Sag niemals nein!“ lautet, weshalb er immer einen etwas gequälten Eindruck macht…

…Marlon Kron (Rap) aus Saarbrücken, der, notorisch tiefenentspannt und mit Hang zur Depression, ein echter Texter eben, leidenschaftlich gerne textet und neue Songs kreiert…

…Hannes Gajowski (Gitarre), Rostocker, hat viele lustige Ticks, lacht viel und wirkt manchmal etwas autistisch.

Ihre Musik…

…entstand ursprünglich aus der Idee heraus, Rap und Live-Band gemeinsam auf eine Bühne zu bringen. Was in der Theorie sehr theoretisch war, war in der Praxis sehr praktisch, denn so konnten Konsument die unterschiedlichsten Einflüsse aus Jazz und Punk, aus progressiven und psychedelischen Rock mit härteren Metal-Parts zu einem neuen, einzigartigen Sound vereinen. Ihre Songs macht das – natürlich im positiven Sinne – wunderbar unberechenbar.

Auf Tour unterwegs…

… sind Konsument in 12 deutschen Städten, darunter Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig und natürlich auch Bamberg, wo die vier Jungs aus Saarbrücken am 18. Februar live und in Farbe auf der Bühne stehen werden. Also: Save the date!

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