Pussycatgrabbing

Betrachtet man ihren musikalischen Background, so könnten die zwei unterschiedlicher nicht sein: Steve Aoki, Electro-House DJ und Musikproduzent, geboren in Miami, Florida, dem Sunshine-State, und Wiz Khalifa, Rapper, gebürtig in Minot, North Dakota, nahe der kanadischen Grenze.

Ihre Wege kreuzten sich das erste Mal im Herbst 2016, als die zwei – unabhängig voneinander – in Japan auf großer Tour unterwegs waren. Beide waren sie erschöpft vom vielen Reisen, vom ständigen wechsel zwischen der großen Bühne und dem engen Tourbus. Beide benötigten sie eine Auszeit. „Ich liebe Katzen“, erzählt Steve, offensichtlich bewegt, „und ich hatte gehört, dass es in Japan Katzen-Cafés gibt, in denen man Kaffee trinken und Katzen streicheln kann. Genau das brauchte ich in diesem Moment.“

Und wie es der beinah schon schicksalhaft anmutende Zufall an diesem Tag wollte, hatte auch Wiz diese Idee: „Ich saß also in diesem Katzen-Café, in dem echt klasse Musik gespielt wurde, 80er, 90er und 2000er, trank gemütlich meinen Kaffee und erblickte diese wunderschöne Mieze“, schwelgt Wiz in seinen Erinnerungen. Aber die sah scheinbar nicht nur er, auch Steve hatte einen Blick auf sie geworfen. „Also griffen wir beide nach derselben Katze“ (Im Original: „So we both grabbed for the same pussycat“), erinnert sich Steve lachend. So entstand neben einer tollen Freundschaft, denn seither schicken sich die beiden gegenseitig lustige Katzen-Gifs vor ihren Gigs, auch die Idee zu einem gemeinsamen Projekt.

„Eigentlich wollten wir dieses Erlebnis und diesen Spruch in einem gemeinsamen Musikprojekt verarbeiten“, erzählt Wiz traurig. Doch dann kam ihnen die Präsidentschaftswahl in die Quere und mit ihr Donald Trumps „Pussy-Gate“ („Grab ‚em by the pussy“). Trump hinterließ verbrannte Erde, war dieser Spruch, mit dem Steve und Wiz eigentlich nur ihre gemeinsame Liebe zu den Katzen ausdrücken wollten, mit einmal quasi unsagbar geworden.

„Doch mittlerweile ist Donald Trump President-Elect und mit der Wahl wurde nicht nur Trump, sondern auch dieser Spruch demokratisch legitimiert“. Deshalb geht es jetzt als Whiskas Kalifa und Steve Miauki auf große Tour, die den Titel „Grab Us By Our Pussy – Making the 90s great again“ trägt, durch die ganze Welt. „Und weil wir auch mal andere Musik spielen wollen, aber auch der Erinnerung an das Katzen-Café wegen, dachten wir, wir spielen mal 80er, 90er und 2000er. Macht ja sonst niemand.“

Ihre – einzigen – Tourdaten bisher: am Samstag, den 10. Dezember, ab 22. Uhr im Stilbruch. 

lr

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