Stilbruch-Gesichter | Manu, Chef de Cuisine

Das ist Manu. Ihr kennt Manu. Jedenfalls ihre kulinarischen Vorlieben. Denn Manu sorgt nicht nur dafür, dass ihr bei eurem Besuch im Stilbruch nicht am Hungertuch nagen müsst. Sie kümmert sich ebenso darum, dass das bei uns servierte Essen so gut und unsere Karte so kreativ und variantenreich ist. Denn Manu ist der Kopf der Küche. Sie ist die Chefköchin.

Dass sie das ist, verdanken wir einer sehr weisen Entscheidung, die Manu vor rund 14 Jahren traf. Damals, als die gelernte Industriekauffrau auswanderte aus dem idyllischen Ländle, als sie sich entschloss, Kässpätzle gegen Schäuferla und den Taschenrechner gegen die Kochmütze einzutauschen, um im noch idyllischeren Oberfranken, Bamberg, dem lange gehegten, aber bis dato unerfüllten Kindheitstraum nachzugehen.

„Ich war negativ geprägt, hatte lange Zeit ein entsprechendes Bild vom Beruf der Köchin: schwierige Arbeitszeiten, schlechte Bezahlung – insofern hat es etwas gedauert, bis ich mich endgültig für diesen Schritt entschieden habe“, begründet Manu ihren beruflichen Umweg. Anfängliche Erfahrungen in neuer Umgebung bestätigten ihre Befürchtungen teilweise. Für sie kein Grund, ihren Traum sausen zu lassen. Sie kochte in einigen Küchen der zahlreichen Bamberger Restaurants, lernte so ihr Handwerk lieben und auch die hiesige Gastronomie-Szene kennen.

2005 ging Manu dann für ein Jahr nach Amsterdam, wo sie auf einem Schiff arbeitete – schnibbelte, kochte, lernte. Anschließend, zu einem Zeitpunkt, als ein halbwegs junger, ambitionierter Gastronom mit lockigem Haar, Hornbrille und einem guten Riecher für richtige und wichtige Personalentscheidungen nach einer Köchin suchte, kehrte Manu zurück. Der Gastronom schlug zu. Soll heißen, er stellte sie ein. Seither arbeitet sie im Stilbruch. „Das war vor zehn Jahren“, erinnert sich Manu, „damals gab’s Sonntags Schnitzel und Braten. Ansonsten sah es eher Mau aus.“

Heute ist das anders. Inspiriert durch das Studium entsprechender Fachliteratur lässt sie der Kreativität in ihrem Küchen-Reich zwischen Pizza-Ofen, Basilikum-Sträuchlein, Töpfen und Gas-Herd freien Lauf, nutzt sie den Raum, den man ihr an diesem Ort lässt. „Hier genieße ich das Vertrauen und die Freiheiten. Hier kann ich mich ausprobieren, Dinge versuchen und, wenn sie nicht laufen, auch wieder verwerfen. Das ist das, was den Stilbruch ausmacht.“

Und warum all das, was auf Tisch und Tageskarte kommt? „Das sind Rezepte, die mich ansprechen, die ich selber auch mag. Dinge, auf die ich Bock hab“, erzählt Manu. Und ab und an sind dabei auch Gerichte aus ihrer Heimat. Denn Kässpätzle, so findet jedenfalls Manu, schmecken ja sowieso besser als Schäuferla.

Und während diese Frage strittig ist und durchaus Sprengkraft  für eine weitere internationale politische Krise in sich birgt, ist zumindest eines sicher: Bei Manu schmeckt’s! Und das schon seit zehn Jahren.

lr

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