Stilbruch-Gesichter | Strohhut-Schmitz

Im Stilbruch, ja eigentlich in ganz Bamberg, vermutet man, dass er bereits mit Strohhut auf die Welt kam: René Schmitz, Hutträger. Was Keith Richards für die Stones ist, ist er für den Stilbruch. Die Gründe dafür liegen aber nicht etwa in einem geteilten Faible für elegante Kopfbedeckungen oder im gleichermaßen geführten, von Koks, Nutten und Groupies bestimmten Rockstar-Leben, zwar gönnt sich René nach Feierabend gerne mal ein Glas Rotwein und besitzt als langjähriger Quizmaster einen Schwarm  weiblicher Verehrerinnen. Es ist vielmehr dem Umstand geschuldet, dass er nach dem Chef die Nummer Zwei im Stilbruch ist. I’m Sorry, Keith, aber Mick ist nun mal #1.

Geboren 1980 in  Wipperfürth, NRW, groß geworden als Kleinbauer auf dem Fendt seines Opas, arbeitete René nach vollendeter Schullaufbahn als Regieassistent am Theater, verkaufte zwischenzeitlich seine Seele an RTL, wo er als Aufnahmeleiter schuftete, um anschließend, womöglich in einem Anflug von Reumütigkeit, festzustellen, dass er doch etwas anderes machen sollte: „Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Ausbildung, also dachte ich mir, ich studiere was, das sicher ist.“, erzählt er. Und so begann er an der Kunsthochschule in Mannheim das Studium der Malerei.

Hut ab - René Schmitz

Dort lernte René einen Kommilitonen aus Bamberg kennen und wanderte, nachdem er die Malerei erfolgreich fertig studiert hatte, für ein halbes Jahr aus ins fränkische Rom, wo er, inspiriert vom Duft und Geschmack des Hopfens, die Mälzerei Weyermann in einer Bilderserie auf Leinwand verewigte. Da zu diesem Zeitpunkt der Ölpreis quasi durch die Decke schoss und Farben entsprechend teuer waren, begann er, nebenbei als Theker im Stilbruch zu arbeiten.

Und als beinahe-Kölscher Jung konnte er nicht nur Bier trinken, auch wenn er sich an die Größenunterschiede gewöhnen, also erst einmal richtig erwachsen werden musste. Er wusste auch, wie man es zapft. Entsprechend beeindruckt war der Chef, sodass der ihn – als es René beinahe wieder nach Köln verschlug – so lange bequatschte, bis er doch blieb. Bereut hat er das nie: „Das schöne an diesem Laden ist das Familiäre. Man kann’s nicht anders sagen, ich bin in dieser Stilbruch-Familie hängen geblieben.“

Heute ist René wie kein zweiter das Gesicht des Stilbruch. Jeder kennt ihn als Quizmaster. Er organisiert die Auftritte der Bands sowie deren Equipment, kümmert sich um die Bar im Hof, ist Ansprechpartner für alles und jeden. Und nebenbei arbeitet er weiterhin als freischaffender Künstler – Maler und Filmemacher, Vater und Ehemann. Er tut all das, was sein Leben ausmacht. René Schmitz, der Mann mit Hut.

lr

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