Schlagwort-Archive: Band

Vorgestellt | halloJulia!

Morgen Abend, am 13. Juni, stehen sie auf der Bühne des Stilbruch: halloJulia! aus Berlin. Dass ihr wisst, mit wem ihr es zu tun habt und was euch erwartet, hier die Vorstellungsrunde einer Band, die man, wie sie selber von sich sagen, durchaus als unbeschreibliches Gesamtkunstwerk bezeichnen kann. Wir versuchen es dennoch:

„Keine Band ist auch keine Lösung“ …
– dachte sich Julia (auf dem Titelfoto rechts) und gründete 2015 mit Kati (Gitarre, Gesang), Lizzy (Glockenspiel, Gesang) und Brigitte (Percussion, Gesang) die Berlin-Mitte-Band halloJulia! Gemeinsam treten sie auf in elegant-lässiger Sportklamotte, denn nichts unterstreicht ihren fetzigen Sound mehr als speckig-glänzende, gold-, blau und schwarzfarbene Retro-Leggins. Funky.

Sie spielen … 
poppigen Funk – eine Mischung aus Jazz, Ballett, elektronischer Musik, chorischem Singen, Modern Dance und klassischer Musik – und singen deutsche Texte, die Geschichten von Alaskafischern, Polizei, Pommes, Aschenbecher, Müll und Exfreunden erzählen. Zeitlose Themen also, die ein jeder und eine jede aus dem persönlichen Alltag kennt. Unbedingt reinhören:

Sie sind unterwegs …
auf den Bühnen in Berlin und Brandenburg und machen sich nun auf, um nun auch in Sachsen und Oberfranken Currywurst mit Pommes salonfähig zu machen. In Bamberg spielen sie am 13. Juni, also am morgigen Dienstag. Los geht’s um 22 Uhr im Stilbruch.

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Titelbild © hallo Julia!

Vorgestellt | The Instant Voodoo Kit

Ist es nötig, eine Band wie The Instant Voodoo Kit vorzustellen, die im Süden Deutschlands bereits fast ein jeder kennt? Eigentlich nicht, wir tun es dennoch.

The Instant Voodoo Kit ist…

… ein mittlerweile aus zehn Männern und drei Frauen bestehendes Künstler- und Musiker-Kollektiv, das sein Dasein nicht in modrigen Proberäumen und dunklen Tonstudios fristen, sondern Musik vor und für Menschen auf der Bühne machen möchte. Entsprechend nutzen sie, die sie aus Würzburg kommen und heute über ganz Deutschland verteilt leben, die Gunst der gemeinsamen Stunde und geben morgen Abend, am 25. März, spontan ein Acoustic-Konzert im Stilbruch. Denn hier finden sie all das, was für so einen Auftritt nötig ist: „den Platz, die Leute und das Bier – eine tolle Location“.

Ihre Musik ist…

… grenzüberschreitende Kunst: Sie ist Rock’n’Roll und Ska, Klezmer und Balkan, Swing und Chanson; sie ist Klarinette und Saxophon, Tuba und Posaune, Banjo und Harfe, Geige und Cello; sie ist vielschichtig und vielseitig, einfallsreich und eingängig; sie ist ein Potpourri unterschiedlichster Einflüsse und somit ist sie vor allem eines nicht: langweilig.

Ihre Show ist…

… kreatives Chaos. Sie unterstreicht die musikalische Vielfalt der Band und gleicht mit den kuriosen Kostumierungen sowie der originellen Requisite einem bunten Varieté, dessen Bann man sich kaum zu entziehen vermag. Entsprechend sind sie nicht nur auf den Bühnen im Süden des Landes, sondern auf denen in ganz Deutschlands zuhause – ob Mainz und Leipzig oder Hamburg und München.

Feuer gefangen? Dann hier reinhören und morgen Abend um 20.30 Uhr im Stilbruch vorbeischauen.

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Vorgestellt | Kosument

Die Bandmitglieder sind…

…Marius Buck (Schlagzeug) aus dem Allgäu. Er präsentiert gerne seinen bajuwarischen Dialekt, ist fanatischer Survivaldude sowie Extremsportler mit Hang zur Selbstzerstörung und außerdem leidenschaftlicher Pilzesammler…

…Stefan Goldbach (Kontrabass) aus Bamberg, was auch die vielleicht aufkommende Frage beantwortet, warum es Konsument in den Stilbruch verschlägt. Er hat den vollsten Terminkalender der Welt, weil sein Lebensmotto, seitdem er Jim Carrey in „Der Ja-Sager“ gesehen hat, „Sag niemals nein!“ lautet, weshalb er immer einen etwas gequälten Eindruck macht…

…Marlon Kron (Rap) aus Saarbrücken, der, notorisch tiefenentspannt und mit Hang zur Depression, ein echter Texter eben, leidenschaftlich gerne textet und neue Songs kreiert…

…Hannes Gajowski (Gitarre), Rostocker, hat viele lustige Ticks, lacht viel und wirkt manchmal etwas autistisch.

Ihre Musik…

…entstand ursprünglich aus der Idee heraus, Rap und Live-Band gemeinsam auf eine Bühne zu bringen. Was in der Theorie sehr theoretisch war, war in der Praxis sehr praktisch, denn so konnten Konsument die unterschiedlichsten Einflüsse aus Jazz und Punk, aus progressiven und psychedelischen Rock mit härteren Metal-Parts zu einem neuen, einzigartigen Sound vereinen. Ihre Songs macht das – natürlich im positiven Sinne – wunderbar unberechenbar.

Auf Tour unterwegs…

… sind Konsument in 12 deutschen Städten, darunter Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig und natürlich auch Bamberg, wo die vier Jungs aus Saarbrücken am 18. Februar live und in Farbe auf der Bühne stehen werden. Also: Save the date!

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Interview | Charlotte

Endlich, nämlich am 23. Dezember, stehen sie wieder auf unserer Bühne – die drei adretten Herren mit unterschiedlich starkem Bartwuchs. Ein kleines vorweihnachtliches Wunder, denn seit dem letzten Auftritt im Frühjahr 2015 ist einige Zeit ins Land gegangen. Also haben wir uns entschlossen, M. Monaco, Bergmann Bergmann und Professor Commander 3000 von Charlotte vorab ein paar Fragen zu stellen:

STILBRUCH: Wisst ihr mittlerweile, wer das alles essen soll?
Bergmann Bergmann: Der Albumtitel „Wer Soll Das Alles Essen?“ ist keineswegs eine rhetorische Frage, sondern war viel mehr unser Gedanke gewesen, als wir bei Familie Monaco zum Essen eingeladen waren und Mama Monaco offenbar vergessen hatte, dass wir lediglich ein Trio sind und nicht M. Monacos Fußballmannschaft.
Vor kurzem habt ihr euren neuen Song „Kimono“ und das dazugehörige Video in den sozialen Netzwerken vorgestellt – wann folgt denn das nächste Album?
M. Monaco: Nun ja, wir haben ja eigentlich erst im letzten Jahr ein Album veröffentlicht. Jetzt verdaut doch erstmal das! Aber im Ernst: Wir haben schon wieder sehr feine neue Songs geschrieben – einer davon handelt schon wieder von Essen! Denn anders als Frauen ist Essen immer dein Freund und kann dir nicht weh tun. Aber es gibt Überlegungen, eventuell eine EP zu produzieren, auf der dann auch „Kimono“ drauf sein soll.
Was fasziniert euch so an dem Thema Frauen, Herzschmerz und Beziehung – siehe auch den neuen Song Kimono – so sehr, dass ihr es in euren Liedern immer wieder aufgreift und besingt?
Bergmann Bergmann: Der Philosoph, Ethnobotaniker und Schlagersänger Ignaz Hirnbeißer hat einmal gesagt: „Ein Lied, das nicht von der Liebe handelt, ist es nicht wert überhaupt gesungen zu werden.“ Da hat er Recht. Ich ergänze: Lieder über Essen. Aber das sind ja auch irgendwie Lieder über Liebe.
Euer Sound kommt mit drei Instrumenten – Bass, Gitarre und Schlagzeug – aus. Was macht ihn trotz dieses Minimalismus so eingängig und variantenreich?
Bergmann Bergmann: Jahrzehntelang war das Charlotte-Motto ja „Ohne Proben nach oben!“. Wir haben also versucht, uns auf unserem vermeintlich charmanten Dilettantismus auszuruhen. Dann kam Professor Commander Tom 3000 in die Band. Jetzt ist vieles anders. M. Monaco und ich sind zwar nach wie vor extreme Dilettanten, aber der Professor hat uns mit seinen enormen Skillz in eine naise Kapelle verwandelt, so vong Groove her.
Ende Oktober habt ihr mit „Von Wegen Lisbeth“, einer Band, die gerade deutschlandweit am Durchstarten ist, einen Gig in Würzburg gespielt. Wie kam’s dazu?
Bergmann Bergmann: Die Lisbeths machen das eigentlich nur aus Schuldgefühlen uns gegenüber. Als sie 2014 nach einem Gig im Sound ’n‘ Arts bei mir übernachtet haben, war meine WG weitgehend verwüstet. Ich musste den Zugang in meine Schlafzimmer erst freisägen. Und so kommt es eben, dass sie uns ab und an als Support spielen lassen. Und ja: Wir gedenken weiterhin, ihr schlechtes Gewissen schamlos auszunutzen!
Wo seht ihr Charlottes Zukunft?
M. Monaco: Charlotte ist jetzt 14 Jahre alt. Eine pubertierende Göre, schrecklich! Ich denke, wenn sich ihr Hormonhaushalt etwas eingependelt hat, so mit 17, also im Jahre 2019, wird es soweit sein: Dann kommt der Durchbruch!
Prof Commander 3000: Wir machen das ja auch der Frauen wegen. Meine Mama kommt zum Beispiel ab und zu zum Konzert.
Am 23. Dezember spielt ihr bei Nimm2 im Stilbruch. Was ist euer persönlicher Bezug zu Nimm2 und wie kam’s dazu?
Bergmann Bergmann: Toll, dass Nimm2 eine Heimat im Stilbruch gefunden hat! Dennoch werde ich ganz nostalgisch, denke an die Zeiten im Morphclub. Aber eigentlich kann ich mich gar nicht richtig erinnern, ich war ja immer so betrunken. Na, also gut: Bei Nimm2 sind immer viele Mädels, das gefällt uns. Und wenn wir dann auch noch auf der Bühne stehen dürfen, haben wir einfach den besseren Überblick.
Prof Commander 3000: Die Musik, die Max bei Nimm2 spielt, sagt mir sehr zu, außerdem bin ich immer für ne gute Party mit guten Leuten zu haben und da komm ich bei Nimm2 eigentlich immer auf meine Kosten. Außerdem finde ich es cool, dass das alte Konzept (Band + DJ) wieder auflebt und wir den Jahresabschluss darstellen.
Wichtelt ihr zu Weihnachten untereinander oder verdient ihr als Bamberger Indie-Sternchen mit der Band so viel, dass jeder jedem etwas schenkt?
Bergmann Bergmann: Was schenkt man Bandkollegen, die schon alles haben? Ich habe lange in meinem vergoldeten Jacuzzi über eben jene Frage nachgedacht und konnte auch nach einem ausgewogenen Champagner-Kaviar Frühstück keine befriedigende Antwort finden. Vielleicht fällt mir beim Schwimmen in meinem Geldspeicher noch etwas ein, aber wir müssen auch weiter, meine Rolex sagt, es ist schon kurz vor Siemens und die Fahrer unserer Rolls Royce wartet nicht so gerne.
Okay, letzte Frage: Welche Frage wurde euch als Band noch nicht gestellt und was ist die Antwort darauf?
Professor Commander 3000: Als Band hat uns bisher keiner gefragt: „Kann ich noch einen Rollmops haben?“ Die Antwort wäre natürlich „Passierschein A38!“
Danke!

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Interview | Simeon Soul Charger – Farewell Tour

Man könnte meinen, sie wären direkt von der Bühne des Woodstock-Festivals durch die Zeit ins hier und jetzt gereist: Simeon Soul Charger. Die Band befindet sich aktuell auf großer Abschiedstour durch ganz Europa. Denn Simeon Soul Charger gibt es bald nicht mehr. Am 14. Oktober treten sie ein letzten Mal im Stilbruch auf. Wir haben vorab ein Interview mit ihnen geführt, um die Beweggründe für die Trennung  – und natürlich auch vieles mehr für euch in Erfahrung zu bringen.

Stilbruch: Vor einigen Jahren hat es euch aus Akron, Ohio, nach Deutschland verschlagen. Was war der Grund für diesen Schritt?
Simeon Soul Charger (Spider: Bassist): Damals hätte es uns tatsächlich überall hin verschlagen können. Wir waren an dem Punkt angelangt, an dem wir uns entscheiden mussten, wohin wir gehen, wo wir als Band weiter wachsen möchten. Die eigentliche Idee war damals, in Richtung Westen der USA aufzubrechen und dort die Fanbase zu vergrößern. Allerdings kam dann das Angebot, nach Europa zu gehen für eine dreimonatige Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Damals dachten wir: „Lasst uns das machen und wenn wir zurückkommen, starten wir ‘ne große US-Tour.“ Die Tour durch Europa war dann so erfolgreich, dass wir unseren Aufenthalt hier etwas verlängert haben –  und heute –  sechs Jahre älter und klüger –  sind wir immer noch hier.
Vermissen euch eure Fans in den Staaten nicht schon?
Ich bin mir sicher, dass wir ohne den Erfolg als Band hier in Europa gemeinsam in die USA zurückgekehrt wären. Aber zum Glück sind unsere Fans in der Heimat so treu. Die haben uns buchstäblich die Stange gehalten und immer geduldig darauf gewartet, dass wir für ein paar Auftritte zurück in die Staaten kommen.
Ich habe gelesen, dass ihr für einige Zeit auf einem Bauernhof in Bayern gelebt habt. Wie kam es dazu?
Also, um genau zu sein, war es ein Bauernhaus auf einem Hof, der nicht mehr in Betrieb war. Wir haben damals für die dreimonatige Tour durch Europa einen Ort gesucht, an dem man acht Amerikaner, ok, sagen wir acht laute Amerikaner, die für ihre Tour proben mussten, für eine Weile unterbringen kann. Unser damaliger Manager hat uns dieses Bauernhaus organisiert. In dem haben wir dann mehrere Jahre gelebt – die mitunter lustigste und aufschlussreichste Zeit unseres Lebens.
Ich nehme an, dass ihr in dieser Zeit den typisch bajuwarischen Lifestyle – und all die Vorurteile, die man aus den Staaten so mit sich bringt – kennengelernt habt?
Komischerweise hat sich unsere Lebensweise in dieser Zeit kaum verändert. Wir haben seit März 2011 – dem Zeitpunkt, als wir nach Deutschland kamen – rund 600 Konzerte und Festivals in 16 Ländern gespielt. Was das betrifft waren wir also mindestens genauso lange auf Tour wie in Bayern oder sogar in Deutschland. Aber wenn man in einem kleinen Dorf lebt, um einen herum so viele Einheimische und deren Kultur, natürlich übernimmt man da etwas von der Sprache, Ausdrücke, Essen, Musik und so weiter. Aber wir sind immer noch dieselben Musiker, die damals 2011 aus dem Flugzeug gestiegen sind – wir haben nur unseren Akzent verloren (lacht). Und was die Vorurteile betrifft, die bei uns in den Medien von den Deutschen gezeichnet werden, die könnten falscher nicht sein. Die Deutschen gehören zu den warmherzigsten Menschen der Welt.
War die Farm ein guter Ort, um neue Songs zu schreiben, also um kreativ zu sein?
Absolut! Wir hatten nur einen wirklichen Nachbarn und der tolerierte es, wenn wir laut waren und spät nachts nach Hause kamen, nachdem wir zwei Wochen auf Tour unterwegs waren. Wir hatten tatsächlich beinahe keinerlei Einschränkungen, was unser Tun und unsere Lautstärke betraf. Dementsprechend waren die Möglichkeiten schier grenzenlos.
Wie du vorhin erwähnt hast, seid ihr durch unzählige Städte Europas getourt. Was ist am Touren so besonders, dass ihr es derart häufig und kontinuierlich gemacht habt?
Um Yogi Lang, einen der Bosse unseres Labels, zu zitieren: „Wir müssen den Motor am Laufen halten“ (lacht). Nein, wir haben schlichtweg gemerkt, dass wir unsere Fans besser erreichen, wenn die uns live sehen. Wir haben das Glück, dass sowieso schon viele Menschen unsere Platte im Laden kaufen, aber auf Live Shows verkaufen wir einfach zehnmal so viele. Aber letztendlich macht man als Musiker auf Tour auch einfach das, was man liebt: Musik. Und wenn man erst mal damit seinen Lebensunterhalt verdienen möchte, macht dieser Teil des Musikerdaseins komischerweise eigentlich nur noch einen relativ geringen Anteil am Job aus. Auch deshalb haben wir mit dem Touren nie aufgehört – so lange, bis wir  selber bereit waren, das zu beenden. Darauf sind wir stolz, denn das können tatsächlich nicht viele Bands von sich behaupten. Außerdem haben wir all unsere Konzerte nur mit Hilfe verschiedenen Manager, befreundeter Bands und guter Freunde quasi von Grund auf selber organisiert.
Was war der schrägste Moment, den ihr als Band auf Tour erlebt habt?
Es ist so lustig, wenn Leute diese Frage stellen, denn nach all den Jahren, in denen wir unterwegs waren und auf den unterschiedlichsten Bühnen standen, fange ich wirklich an, mir die Frage zu stellen, was schräg ist und was nicht (lacht). Aber wir haben tatsächlich alles gesehen: Einmal hatten wir eine Panne inmitten der unwirklichsten Provinz Rumäniens – um uns herum Häuser mit zerbrochenen Fenstern und Rudel streunender Hunde. Dort nahm uns dann ein verschrobener LKW-Fahrer mit, der weder Englisch noch Deutsch sprach. Also sangen wir rund 20 Minuten „Barbara Ann“ von den Beach Boys in der Hoffnung, dass der LKW-Fahrer uns nicht umbringen würde. Aber es stellte sich raus, dass er ein netter Kerl war (lacht). Ein anderes Mal – das war auf einem großen Festival – da sprang eine Frau mit nur einem Arm auf die Bühne und zog sich vor Aaron aus,  während der gerade einen Song sang. Es gab schon viele schräge Erlebnisse.

Simeon Soul Charger Abschiedstour

Du hast es vorhin bereits angedeutet. Das Simeon Soul Charger lösen sich nach dieser Abschiedstour auf. Es gibt jede Menge enttäuschter Fans, die gerne die Gründe dafür erfahren würden.
Alles hat einen Anfang und ein Ende. Einige Bandmitglieder sehen die Musik und das ständige Touren nicht mehr als ihren Lebensweg. Sie wollen andere Dinge verfolgen, die nichts mit Musik zu tun haben, nebenbei aber immer noch Zeit dafür haben, die Musik so auszuleben, wie sie es möchten. Falls das alles zu schwer zu übersetzen ist, schreib einfach, dass ich ins Gefängnis muss, weil ich Kokain verkauft habe. Das lässt mich hart aussehen (lacht).
Klingt nach einem netten Nebenerwerb auch für die Zeit nach Simeon Soul Charger (lacht). Aber was ist denn der wirkliche Plan für vier Leute deren Leben quasi die Musik ist?
Also für diejenigen aus der Band, die weiterhin bei der Musik bleiben, werden Einzelheiten noch bekanntgegeben. Mehr kann ich zum aktuellen Zeitpunkt leider noch nicht verkünden.
Also das hört sich eher nicht so an, als gäbe es noch die Chance, dass ihr vier irgendwann in naher Zukunft wieder zusammen findet?
Wenn es eines ist, das ich gelernt habe, dann dass nichts sicher ist (lacht). Aber so, wie sich derzeit in der Band die unterschiedlichen Wege abzeichnen, glaube ich persönlich, dass sich unsere vier Wege – musikalisch – nicht wieder kreuzen werden. Aber was weiß ich schon, ich bin nur ein Bassist.
Vielen Dank für das Interview!

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Interview | „Rock Class“ Frontmann Tim Jäger

Tim Jäger, 36, Berufsmusiker aus dem kleinen Städtchen Marktheidenfeld nahe Würzburg. Als Gitarrist und Frontmann der Band „Rock Class“ tritt er morgen, Freitag  22. Juli, gemeinsam mit seinen drei Bandkollegen Tobias Pawlick (Bass), Xaver Hauck (Drums) und Krister Kunde (Keys) im Stilbruch auf. Wir haben ihm vorab ein paar Fragen gestellt.

Stilbruch: Du bist Berufsmusiker, gibst Musikunterricht und  bist außerdem Kopf der Band „Rock Class“. Bedeutet das unter der Woche den Jungmusikern mit dem Taktstock auf die Finger und am Wochenende ‚on Stage‘ ordentlich auf den Putz hauen?
Tim Jäger: Ja das könnte man so sagen, aber ganz so schlimm ist es dann doch nicht. Ich unterrichte auch viele ältere Menschen. Die Spanne geht von jung bis alt. Musik ist eben keine Frage des alters sondern der Motivation und wichtig ist, dass man Spaß an der Sache hat. Natürlich bin ich auch jedes Wochenende auf den Bühnen der Republik unterwegs. Diese Mischung ist zwar anstrengend, macht aber auch Spaß.
Verlief der Weg zum Berufsmusiker linear oder gab’s Umwege?
Musik hat mich schon immer begeistert. Ich hab meine Musikkarriere im zarten alter von 8 Jahren begonnen und mit 12 Jahren hab ich in der ersten Band gespielt. Irgendwann hat es sich dann abgezeichnet, dass ich doch professionell Musik machen möchte und hab ein Jazz-Studium in Frankfurt begonnen.
Und wie  habt ihr als Band zueinander gefunden?
Wir haben uns im Studium kennengelernt. Wir haben eigentlich als Trio angefangen, aber von der original Besetzung sind nur noch unser Bassist und ich übrig.
„Rock Class“, dem Namen nach könnte man vermuten, dass ihr das Genre des Classic-Rock bedient. Aber weil das aber zu einfach wäre, ist  dem, laut Deiner Aussage, mitnichten so. Wo kann man euch einordnen?
Der Name ist im Studium entstanden, wir haben uns gedacht, wir machen neben dem Jazz noch eine Rock Klasse, deswegen „Rock Class“ auf. Der Name hat eigentlich nichts mit dem eigentlichen Classic Rock zu tun. Das Genre betreffend sind wir eher im Blues Rock verwurzelt. Also richtig erdige, ehrliche Musik mit Ausstrahlung.
Den Großteil der Songs schreibst Du. Euer Titel „Smalltown Boy“ besingt das Leben eines Kleinstadtmusikers, der den Schritt in die Großstadt bzw. die große weite Musikwelt wagt. Autobiographisch oder Wunschvorstellung?
Ich würde sagen es ist etwas allgemeiner angelegt. Damit könnte man ja jeden Musiker beschreiben, der den Traum hat in die große Stadt zu gehen und erfolgreich zu werden.
Ihr kommt aus Marktheidenfeld, das weit hinter Würzburg liegt. In Bamberg tretet ihr aber auch häufiger auf. Was zieht euch immer wieder hier her? Bier? Menschen? Oder doch das viele Geld?
Uns gefällt besonders die einmalige Kneipenatmosphäre, die Menschen und natürlich das gute Bier. Es ist wirklich immer toll in Bamberg zu spielen und wir freuen uns natürlich auf morgen im Stilbruch. Da wir unplugged spielen, haben wir auch einige Songs im Gepäck, die wir sonst nicht spielen. Aber „Smalltown Boy“ ist auf jeden Fall auch dabei.
Spezial-Rauchbier oder Schlenkerla? 
Ich muss leider sagen, beide schmecken mir nicht wirklich. Aber dafür gibt’s im Stilbruch ja jede Menge anderer leckere Biersorten.
Stimmt, verdursten wirst Du morgen also glücklicherweise nicht! Vielen Dank, Tim Jäger, dass Du Dir die Zeit genommen hast.

Foto: Gareth Tynan

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YUNG im Stilbruch

Auf ihrem Weg durch Europa haben Yung, eine aufstrebende Indie Punk Band aus Aarus, Dänemark, am vergangenen Freitag auch in Bamberg Halt gemacht.  Für alle, die an diesem Abend nicht nur ihr Gehör verloren haben – es war nämlich ziemlich laut -, sondern auch ihr Gedächtnis – Bier gab’s ja auch-, haben wir hier ein paar Bilder des Abends:

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Vorgestellt | YUNG

Die musikalischen Wurzeln …

… von Frontman und Sänger Mikkel Holm Silkjær liegen weit zurück, nämlich in dessen Kindheit, als sein Vater ihn im Alter von vier Jahren an ein Drumset setzte. Für viele Eltern wohl die Horrorvorstellung schlechthin. Mikkels Glück: Er wuchs in einer Musikerfamilie auf, genoss eine entsprechende Erziehung, spielte in mehrerern Bands –  u. a. in Hardcore Punk Bands -, schrieb nebenbei aber auch eigene Songs. Songs, die stilistisch nicht in diese Hardcore-Schiene passten, die er deshalb im stillen Kämmerchen aufnahm, wo sie lange Zeit niemand zu hören bekam. Bis in das Jahr 2015, als aus dem lange geheimgehaltenen Studioprojekt, dem er dem Namen YUNG gab, eine Live-Band formen wollte, für die er die Musiker Tobias Guldborg Tarp (Bass), Frederik Nybo Veile (Drums) Emil Zethsen (Gitarre) um sich versammelte. Der Ort: Aarhus, zwar nur zweitgrößte Stadt Dänemarks, den Punk Rock betreffend aber die Nummer Eins. Und ab dem Tag der Gründung um eine Band mehr bereichert.

Der Sound…

… ist irgendetwas zwischen melodischem Punk und Alternative:  irgendwie ungekämmt, ungehobelt, gitarrenlastig, minimalistisch und gleichzeitig so eindringlich wie das Gefühl, nach einer Kanne Tee die Toilette aufsuchen zu müssen. Wer auf MGMT ohne das „electric feel“, aber dafür mit ordentlich Gitarre steht – reinhören.

Ihr Debütalbum…

A Youthful Dream  hat etwas raues, beinahe wildes, was möglicherweise an dem Ort liegt, an dem YUNG das Album aufnahmen: im „Silence Studio“ an einem kristallklaren See, umringt von den undurchdringlichen Wäldern inmitten der rauen und wilden Natur Schwedens.

Sie nutzen die Gunst der visafreien Stunde…

…. und touren derzeit – so lange es noch geht – durch das Vereinigte Königreich, spielen aber auch in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und in Deutschland, wo sie am Freitag, den 08.07.2016, ab 21. Uhr im Stilbruch auftreten. Hoffentlich mit euch!

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