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Vorgestellt | halloJulia!

Morgen Abend, am 13. Juni, stehen sie auf der Bühne des Stilbruch: halloJulia! aus Berlin. Dass ihr wisst, mit wem ihr es zu tun habt und was euch erwartet, hier die Vorstellungsrunde einer Band, die man, wie sie selber von sich sagen, durchaus als unbeschreibliches Gesamtkunstwerk bezeichnen kann. Wir versuchen es dennoch:

„Keine Band ist auch keine Lösung“ …
– dachte sich Julia (auf dem Titelfoto rechts) und gründete 2015 mit Kati (Gitarre, Gesang), Lizzy (Glockenspiel, Gesang) und Brigitte (Percussion, Gesang) die Berlin-Mitte-Band halloJulia! Gemeinsam treten sie auf in elegant-lässiger Sportklamotte, denn nichts unterstreicht ihren fetzigen Sound mehr als speckig-glänzende, gold-, blau und schwarzfarbene Retro-Leggins. Funky.

Sie spielen … 
poppigen Funk – eine Mischung aus Jazz, Ballett, elektronischer Musik, chorischem Singen, Modern Dance und klassischer Musik – und singen deutsche Texte, die Geschichten von Alaskafischern, Polizei, Pommes, Aschenbecher, Müll und Exfreunden erzählen. Zeitlose Themen also, die ein jeder und eine jede aus dem persönlichen Alltag kennt. Unbedingt reinhören:

Sie sind unterwegs …
auf den Bühnen in Berlin und Brandenburg und machen sich nun auf, um nun auch in Sachsen und Oberfranken Currywurst mit Pommes salonfähig zu machen. In Bamberg spielen sie am 13. Juni, also am morgigen Dienstag. Los geht’s um 22 Uhr im Stilbruch.

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Titelbild © hallo Julia!

Fragestunde | Andi Valandi & Band

Sie kommen aus Dresden, sie machen schnörkellosen und kraftvollen Krautblues-Protopunk inklusive poesievoller Texten und Reibeisenstimme und sie stehen anlässlich ihrer Franken-Thüringen-Tour am 20. Mai zu dritt auf der Bühne des Stilbruch : Andi Valandi & Band. Vorab haben wir ihnen einige Fragen gestellt.

STILBRUCH: Wie viel Alkohol muss man getrunken haben und wie viele Zigarette geraucht, um eine solche Reibeisenstimme wie Andi Valandi zu bekommen?
ANDI VALANDI & BAND: Die Antwort ist 42. Ganz Ehrlich? Keine Ahnung. Das geht auch ganz ohne diese Lifes-Style-Drogen, würde ich sagen, und ist eher eine Frage der (Atem-) Technik.
Los ging’s damals, 2013, solo als Straßenmusiker mit Hut und Klampfe. Wie weit ist heute noch der Weg zum vom so sehnlich erträumten Whirlpool inklusive Schampus?Hahaa, weit, gaaanz weit, hoffe ich. Dann bleibt man mit den Füßen auf dem Boden und kann weiter in Ruhe rum spinnen. Wobei ich neulich vor ´nem Auftritt in einer heißen Badewanne lag und den billigsten trockenen Sekt aus dem Supermarkt schlürfte. Zählt das schon?
Sagen wir mal „Jein“. Aber hat eben dieser Traum euch 2015 als Band zusammenfinden lassen, oder was war der Grund?
Ja nee. Wir sind ne Handvoll Dresdner Kiez-Kiddies die sich einfach zusammengefunden haben, weil sie einfach Musik machen wollen. Ganz klassisch. Unsere Musik, darum geht’s. Ob du dann im Heu in der Scheune pennst oder im Hotel ist nebensächlich.
Ihr macht, so sagt ihr zumindest selbst, wilden Krautblues und Straßenköter-Protopunk – irgendwie undefinierbar, irgendwie ungreifbar. Warum wollt ihr in keine Schublade passen? Es wäre so viel einfacher.
Ja, schon. Aber Mal ehrlich, wo packst du uns denn rein? Blues? Ja, Naja. Punk? Ja auch. Irgendwas dazwischen halt. Und außerdem ist es sexy, eine eigene Schublade zu haben, oder?
Hätte tatsächlich auch gerne eine. Was anderes: Einer eurer Songs, „Muddi muss weg“, handelt davon, dass man mit 30 noch Zuhause lebt, die Muddi einfach nur nervt und aus dem Haus muss. Autobiographisch? Und falls ja, hast du es geschafft?
Ja.
Glückwunsch! Mal etwas ernster: Vor dem Hintergrund des aktuellen Zeitgeists, in dem Patrioten in eurer Heimatstadt Dresden einmal pro Woche „spazieren gehen“ und Flüchtlingsunterkünfte in Brand gesteckt werden: Wie politisch darf oder muss Musik eurer Meinung nach sein?
Kunst darf halt alles. Sie kann so politisch sein, wie sie will, und muss gleichzeitig überhaupt nichts. Wobei ich mich zu den Leuten zähle, die sagen: „Alles ist politisch!“ Eine Band wie TonSteineScherben zum Beispiel ist selbstverständlich politisch. Aber es hat genauso eine Aussage, zum Roland-Kaiser-Konzert zu gehen oder Bratwurst zu essen oder mit den Kindern auf den Spielplatz zu gehen. Oder eine Toilettenschüssel irgendwo hinzustellen und zu sagen: „Das ist Kunst!“ Aus dem allen kann man irgendwas ablesen. Und wenn es vielleicht nur folgende Aussage ist: Das und das interessiert mich nicht. Auch das ist doch politisch, oder man kann es zumindest so sehen.
Was sind Erfahrungen, die ihr selber schon mit Pegida gemacht habt?
Naja, die Stimmung ist ungewöhnlich aufgeheizt, mittlerweile seit mehreren Jahren, und der Diskurs wird immer aggressiver, dass man ihn meistens nicht mehr als solchen bezeichnen kann. Und seither gehen hier in der Umgebung dauernd die Heime in Flammen auf. Das ist schon bedrückend und macht ne ganz eklige Stimmung. Wir haben vor knapp zwei Jahren vor vielleicht 10.000 Leuten auf einer No-Pegida-Demo gespielt, das fand ich dann wieder ganz aufmunternd, auch wenn uns wahrscheinlich nur die ersten paar Reihen gehört haben.

Andi Valandi & Band spielen auf der Veranstaltung „Herz-statt-Hetze“ gegen Rechts.

Abschließend noch eine Frage: Ihr seid im Mai und Juni fleißig auf Tour unterwegs. Wieso zieht‘s euch nach Bamberg und warum in den Stilbruch?
Mein Onkel wohnt in Bamberg, aber das war denk ich mal nicht der Grund, dass wir unbedingt zu Euch wollten. Ich mein wir fahren einfach ne gute Woche in Franken und Thüringen rum und wollen halt Musik machen. So ungefähr ist das Konzept. Deshalb spielen wir auch bei euch. Danke dafür!
Gerne doch! Danke für das Interview.

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BANDPROFIL – ANDI VALANDI & BAND
Besetzung:
Andi Valandi (Gesang und Gitarre)
Frank Dresig (Mundharmonika und Keyboard)
Yvonne Rühle (Schlagzeug)
Platten: 
Liebe im Untergrund (2015)

Wer möchte, kann hier reinhören:

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Bilderbuch | The Instant Voodoo Kit

Wann weiß man, dass ein Konzert spitze war? Wenn nach einer Woche die Stimme immer noch verschwunden bleibt und der Muskelkater in den Beinen nicht verschwinden mag. Uns geht’s seit vergangenem Samstag so, und euch? Hier die Bilder des Auftritts von The Instant Voodoo Kit im Stilbruch.

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Vorgestellt | The Instant Voodoo Kit

Ist es nötig, eine Band wie The Instant Voodoo Kit vorzustellen, die im Süden Deutschlands bereits fast ein jeder kennt? Eigentlich nicht, wir tun es dennoch.

The Instant Voodoo Kit ist…

… ein mittlerweile aus zehn Männern und drei Frauen bestehendes Künstler- und Musiker-Kollektiv, das sein Dasein nicht in modrigen Proberäumen und dunklen Tonstudios fristen, sondern Musik vor und für Menschen auf der Bühne machen möchte. Entsprechend nutzen sie, die sie aus Würzburg kommen und heute über ganz Deutschland verteilt leben, die Gunst der gemeinsamen Stunde und geben morgen Abend, am 25. März, spontan ein Acoustic-Konzert im Stilbruch. Denn hier finden sie all das, was für so einen Auftritt nötig ist: „den Platz, die Leute und das Bier – eine tolle Location“.

Ihre Musik ist…

… grenzüberschreitende Kunst: Sie ist Rock’n’Roll und Ska, Klezmer und Balkan, Swing und Chanson; sie ist Klarinette und Saxophon, Tuba und Posaune, Banjo und Harfe, Geige und Cello; sie ist vielschichtig und vielseitig, einfallsreich und eingängig; sie ist ein Potpourri unterschiedlichster Einflüsse und somit ist sie vor allem eines nicht: langweilig.

Ihre Show ist…

… kreatives Chaos. Sie unterstreicht die musikalische Vielfalt der Band und gleicht mit den kuriosen Kostumierungen sowie der originellen Requisite einem bunten Varieté, dessen Bann man sich kaum zu entziehen vermag. Entsprechend sind sie nicht nur auf den Bühnen im Süden des Landes, sondern auf denen in ganz Deutschlands zuhause – ob Mainz und Leipzig oder Hamburg und München.

Feuer gefangen? Dann hier reinhören und morgen Abend um 20.30 Uhr im Stilbruch vorbeischauen.

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Soundcheck | He Told Me To – Hurricane Roleplay

„Indie-Pop“ – es wäre wohl einfacher, den altbekannten und vielbeschworenen Pudding an die Wand zu nageln, als diesen Begriff in irgendeiner Weise zu greifen. Zu inflationär ist der Gebrauch, zu diffus und vage die Bedeutung. Nun besitzt eben diese Vagheit zwei große Vorteile: So ist der Musikhörernde, der nicht weiß, was ihn erwartet, mitunter schwer in seinen Erwartungen zu enttäuschen;  und der Musikschaffende fesselt sich nicht an ein eng definiertes Genre, was ihm kreative Freiräume lässt im Changieren mit den unterschiedlichsten Musikstilen, -richtungen und -einflüssen.

Man darf unterstellen, dass Sandro Weich um letzteren Vorteil dieses „Genres“ wusste, als er nach und nach begann, seinen zweiten Longplayer „Hurricane Roleplay“ zu texten und zu produzieren. Oder es war Zufall. Jedenfalls schuf der in Lichtenfels geborene und heute in Coburg lebende Musiker, der sich vor einigen Jahren dem eigenen (eigentlichen) Solo-Projekt He Told Me To verschrieb, eine Platte, die ihre Stärke in der Vagheit, der Vielfältigkeit, der Unverortbarkeit hat.

Mit dieser Unverortbarkeit spielt er – durchläuft ein Genre und bricht mit diesem bereits im darauffolgenden Song: teils klassisch rockig, teils experimentell poppig, lähmt er mit erdrückender Melancholie und beflügelt anschließend mit aufbauendem Optimismus. So holen einige Songs („Andy [My Girlfriend On Demand]“, „Blink & Memory“) den sonnig-warmen Frühling herbei, während andere („Who’s The Lion“, „Sail Along“, „Working Bee“, „Petty Tyrant“) einen in die düster-kalte Winterzeit zurückdrängen. Zugegeben, die Melancholie, sie überwiegt. Doch wird sie, bevor sie beginnt die Überhand zu gewinnen, – ganz konsequent im Stile der Unverortbarkeit – durch lebendige und impulsive Elemente sowie lateinamerikanische und elektronische Nuancen gebrochen.

„Hurricane Roleplay“ ist also ein Album, das zwar das Rad nicht neu erfindet, das man sich aber ob seiner Vielfalt – seiner klassischen Einflüsse und seiner durchaus experimentellen Nuancen – unbedingt anhören sollte. Auch, weil es sich in zahlreiche Lebenssituationen verorten und übertragen lässt. Einen ersten Live-Eindruck gibt es beim Release-Konzerten am 23. März im Sound ’n‘ Arts, dann steht He Told Me To, anders als gewöhnlich, in Bandbesetzung auf der Bühne.

Denkt daran: support your local musicians!

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Vorgestellt | Kosument

Die Bandmitglieder sind…

…Marius Buck (Schlagzeug) aus dem Allgäu. Er präsentiert gerne seinen bajuwarischen Dialekt, ist fanatischer Survivaldude sowie Extremsportler mit Hang zur Selbstzerstörung und außerdem leidenschaftlicher Pilzesammler…

…Stefan Goldbach (Kontrabass) aus Bamberg, was auch die vielleicht aufkommende Frage beantwortet, warum es Konsument in den Stilbruch verschlägt. Er hat den vollsten Terminkalender der Welt, weil sein Lebensmotto, seitdem er Jim Carrey in „Der Ja-Sager“ gesehen hat, „Sag niemals nein!“ lautet, weshalb er immer einen etwas gequälten Eindruck macht…

…Marlon Kron (Rap) aus Saarbrücken, der, notorisch tiefenentspannt und mit Hang zur Depression, ein echter Texter eben, leidenschaftlich gerne textet und neue Songs kreiert…

…Hannes Gajowski (Gitarre), Rostocker, hat viele lustige Ticks, lacht viel und wirkt manchmal etwas autistisch.

Ihre Musik…

…entstand ursprünglich aus der Idee heraus, Rap und Live-Band gemeinsam auf eine Bühne zu bringen. Was in der Theorie sehr theoretisch war, war in der Praxis sehr praktisch, denn so konnten Konsument die unterschiedlichsten Einflüsse aus Jazz und Punk, aus progressiven und psychedelischen Rock mit härteren Metal-Parts zu einem neuen, einzigartigen Sound vereinen. Ihre Songs macht das – natürlich im positiven Sinne – wunderbar unberechenbar.

Auf Tour unterwegs…

… sind Konsument in 12 deutschen Städten, darunter Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig und natürlich auch Bamberg, wo die vier Jungs aus Saarbrücken am 18. Februar live und in Farbe auf der Bühne stehen werden. Also: Save the date!

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YUNG im Stilbruch

Auf ihrem Weg durch Europa haben Yung, eine aufstrebende Indie Punk Band aus Aarus, Dänemark, am vergangenen Freitag auch in Bamberg Halt gemacht.  Für alle, die an diesem Abend nicht nur ihr Gehör verloren haben – es war nämlich ziemlich laut -, sondern auch ihr Gedächtnis – Bier gab’s ja auch-, haben wir hier ein paar Bilder des Abends:

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