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Interview | Charlotte

Endlich, nämlich am 23. Dezember, stehen sie wieder auf unserer Bühne – die drei adretten Herren mit unterschiedlich starkem Bartwuchs. Ein kleines vorweihnachtliches Wunder, denn seit dem letzten Auftritt im Frühjahr 2015 ist einige Zeit ins Land gegangen. Also haben wir uns entschlossen, M. Monaco, Bergmann Bergmann und Professor Commander 3000 von Charlotte vorab ein paar Fragen zu stellen:

STILBRUCH: Wisst ihr mittlerweile, wer das alles essen soll?
Bergmann Bergmann: Der Albumtitel „Wer Soll Das Alles Essen?“ ist keineswegs eine rhetorische Frage, sondern war viel mehr unser Gedanke gewesen, als wir bei Familie Monaco zum Essen eingeladen waren und Mama Monaco offenbar vergessen hatte, dass wir lediglich ein Trio sind und nicht M. Monacos Fußballmannschaft.
Vor kurzem habt ihr euren neuen Song „Kimono“ und das dazugehörige Video in den sozialen Netzwerken vorgestellt – wann folgt denn das nächste Album?
M. Monaco: Nun ja, wir haben ja eigentlich erst im letzten Jahr ein Album veröffentlicht. Jetzt verdaut doch erstmal das! Aber im Ernst: Wir haben schon wieder sehr feine neue Songs geschrieben – einer davon handelt schon wieder von Essen! Denn anders als Frauen ist Essen immer dein Freund und kann dir nicht weh tun. Aber es gibt Überlegungen, eventuell eine EP zu produzieren, auf der dann auch „Kimono“ drauf sein soll.
Was fasziniert euch so an dem Thema Frauen, Herzschmerz und Beziehung – siehe auch den neuen Song Kimono – so sehr, dass ihr es in euren Liedern immer wieder aufgreift und besingt?
Bergmann Bergmann: Der Philosoph, Ethnobotaniker und Schlagersänger Ignaz Hirnbeißer hat einmal gesagt: „Ein Lied, das nicht von der Liebe handelt, ist es nicht wert überhaupt gesungen zu werden.“ Da hat er Recht. Ich ergänze: Lieder über Essen. Aber das sind ja auch irgendwie Lieder über Liebe.
Euer Sound kommt mit drei Instrumenten – Bass, Gitarre und Schlagzeug – aus. Was macht ihn trotz dieses Minimalismus so eingängig und variantenreich?
Bergmann Bergmann: Jahrzehntelang war das Charlotte-Motto ja „Ohne Proben nach oben!“. Wir haben also versucht, uns auf unserem vermeintlich charmanten Dilettantismus auszuruhen. Dann kam Professor Commander Tom 3000 in die Band. Jetzt ist vieles anders. M. Monaco und ich sind zwar nach wie vor extreme Dilettanten, aber der Professor hat uns mit seinen enormen Skillz in eine naise Kapelle verwandelt, so vong Groove her.
Ende Oktober habt ihr mit „Von Wegen Lisbeth“, einer Band, die gerade deutschlandweit am Durchstarten ist, einen Gig in Würzburg gespielt. Wie kam’s dazu?
Bergmann Bergmann: Die Lisbeths machen das eigentlich nur aus Schuldgefühlen uns gegenüber. Als sie 2014 nach einem Gig im Sound ’n‘ Arts bei mir übernachtet haben, war meine WG weitgehend verwüstet. Ich musste den Zugang in meine Schlafzimmer erst freisägen. Und so kommt es eben, dass sie uns ab und an als Support spielen lassen. Und ja: Wir gedenken weiterhin, ihr schlechtes Gewissen schamlos auszunutzen!
Wo seht ihr Charlottes Zukunft?
M. Monaco: Charlotte ist jetzt 14 Jahre alt. Eine pubertierende Göre, schrecklich! Ich denke, wenn sich ihr Hormonhaushalt etwas eingependelt hat, so mit 17, also im Jahre 2019, wird es soweit sein: Dann kommt der Durchbruch!
Prof Commander 3000: Wir machen das ja auch der Frauen wegen. Meine Mama kommt zum Beispiel ab und zu zum Konzert.
Am 23. Dezember spielt ihr bei Nimm2 im Stilbruch. Was ist euer persönlicher Bezug zu Nimm2 und wie kam’s dazu?
Bergmann Bergmann: Toll, dass Nimm2 eine Heimat im Stilbruch gefunden hat! Dennoch werde ich ganz nostalgisch, denke an die Zeiten im Morphclub. Aber eigentlich kann ich mich gar nicht richtig erinnern, ich war ja immer so betrunken. Na, also gut: Bei Nimm2 sind immer viele Mädels, das gefällt uns. Und wenn wir dann auch noch auf der Bühne stehen dürfen, haben wir einfach den besseren Überblick.
Prof Commander 3000: Die Musik, die Max bei Nimm2 spielt, sagt mir sehr zu, außerdem bin ich immer für ne gute Party mit guten Leuten zu haben und da komm ich bei Nimm2 eigentlich immer auf meine Kosten. Außerdem finde ich es cool, dass das alte Konzept (Band + DJ) wieder auflebt und wir den Jahresabschluss darstellen.
Wichtelt ihr zu Weihnachten untereinander oder verdient ihr als Bamberger Indie-Sternchen mit der Band so viel, dass jeder jedem etwas schenkt?
Bergmann Bergmann: Was schenkt man Bandkollegen, die schon alles haben? Ich habe lange in meinem vergoldeten Jacuzzi über eben jene Frage nachgedacht und konnte auch nach einem ausgewogenen Champagner-Kaviar Frühstück keine befriedigende Antwort finden. Vielleicht fällt mir beim Schwimmen in meinem Geldspeicher noch etwas ein, aber wir müssen auch weiter, meine Rolex sagt, es ist schon kurz vor Siemens und die Fahrer unserer Rolls Royce wartet nicht so gerne.
Okay, letzte Frage: Welche Frage wurde euch als Band noch nicht gestellt und was ist die Antwort darauf?
Professor Commander 3000: Als Band hat uns bisher keiner gefragt: „Kann ich noch einen Rollmops haben?“ Die Antwort wäre natürlich „Passierschein A38!“
Danke!

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Das, was der Herbst so mit sich bringt.

Der Sommer geht, aber kein Grund, traurig zu sein. Denn der Herbst bringt wieder jede Menge Abwechslung in den Stilbruch. Hier ein Paar Veranstaltungen, die ihr auf keinen Fall verpassen dürft.

Ab 28. September: Das Quiz mit René Schmitz

René Schmitz

Zwei Monate lag er auf seiner Liege am Pool, trank Sangria aus Eimern, löste unzählige Kreuzworträtsel und spielte „Ich sehe was, was du nicht siehst“. Nun kehrt er endlich auf die kleine Bühne im Stilbruch zurück: René Schmitz. Im Gepäck das Quiz. Ab 28. September wieder jeden Mittwoch.

Ab 11. Oktober: MusikbingoO mit Theker Tom

MusikbingoO

Oft wurden wir von euch gefragt: Wann kommt endlich der blasse, dünne Junge zurück? Es hat etwas gedauert, bis wir gemerkt haben, dass ihr nicht Jan Böhmermann meint, den Babo der Digitalsparte.  Deshalb unsere verspätete Antwort: Ab 11. Oktober gibt es wieder MusikbingoO mit Theker Tom. Thema: Neue Deutsche Welle und Schlagerhits!

Am 14. Oktober: Simeon Soul Charger – Farewell Tour 

Simeon Soul Charger

Mann sollte niemals nie sagen, aber in dieser Konstellation sind sie wohl das letzte Mal in Bamberg: Simeon Soul Chaarger. Die vier Jungs aus dem amerikanischen Akron, Ohio, spielen derzeit nämlich ihre Abschiedstournee und touren deshalb durch ganz Europa, bevor sie am 14. Oktober im Stilbruch Halt machen.

Ab 28. Oktober: NIMM 2

Nimm2

Schlüpft in die engste Hose, die ihr finden könnt, schnürt die Birkenstock-Sandalen und schultert euren Jutebeutel – denn Nimm2 ist wieder im Stilbruch. Ab dem 28. Oktober, immer ein Mal im Monat. Solange der Vorrat reicht.

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Der Nimm2-Knigge

Noch zweimal schlafen, dann steigt die ultimative  Nimm2-Geburtstagsfete mit den Special Acts & Guests THE YOOHOOS und Peter Wittkamp alias PitPop. Aber halt stop! Habt ihr euer zurückliegendes Semester auch sinnvoll genutzt und die Benimmregeln auf einer Indie-Party studiert? Nein? Dann ab zum Nachsitzen in die Bib und den Indie-Knigge pauken, den Prof. Dr. DJ Modest M∆X  gemeinsam mit der Stilbruch-Entertainment-Production GmbH für euch zusammengestellt hat. After watching this, we bet that you look good on the dancefloor!

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Uuh, It’s The Yoohoos – Zehn Jahre Nimm2

Nimm2 – ein Name, wenn auch markenrechtlich gesehen möglicherweise etwas heikel, der in Bamberg vor allem für eines steht: Indie-Parties mit eingebauter Tanzgarantie. Anlässlich des 10-Jährigen besinnt Nimm2 sich – getreu dem Motto „back to the roots“ – des Rezepts, das damals die Veranstaltung ins Leben rief: Man nehme eine fetzige Band, lasse diese die bereits feierwütige Meute ordentlich einheizen und tanze anschließend so lange bei Indie-Rock, Electro-Pop, Brit-Pop und Post-Punk, bis sich am Ende alle erschöpft in den Armen liegen und inbrünstig „Don’t Look Back In Anger“ von Oasis singen, bevor die Musik verstummt.

Die Band, die zu diesem Anlass auf der Bühne stehen wird, stellt sich hier vor: Ladies and Gentlemen,  THE YOOHOOS.

Die Bandmitglieder…
… Vanilla Yoohoo ist ein bezauberndes und funkelndes Party Animal und shreddert mit übergroßen Picks auf dicken Stahlsaiten. Special-Moves: The magic Vanilla-Fist, „Yeah!“ und Glitzer!
Koko B. Yoohoo holzt auf Eisen und Fellen rum und weißt einen hohen Nerd-Faktor beispielsweise bezüglich alter Videospiele auf. Special-Moves: High-Hat Achtel, 1-2-3-4, Sonnenbrille+übergroße Setlist Font Size!
Eggnog Yoohoo – ich – spielt mit kleineren Picks auf dünneren Saiten unterhalb der Gürtellinie. Hmmm, meine Special-Moves sind z.B. Powergrätsche, Gitarrenfeedback und Kugelbäuchlein bzw. Baby-Belly…

Der Sound…
… Ramoneslich wäre sicher ein passendes Adjektiv. Wir machen Pop-Punk / Powerpop und halten das Ganze gerne einfach und eingängig. Wenig Akkorde, viel Melodien. Charmant und putzig soll es auch sein! Aber auch laut und rotzig. Bildlich dargestellt vielleicht wie ein hübsches, altes, löchriges, ungebügeltes Cookie-Monster-Sesamstraßen T-Shirt. Kommt einfach mal rum auf einen Yoohoo-Abend.

Die Fans…
… Unsere Fans sind wunderschön, herzig und zum knuddeln. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass, egal in welcher Stadt oder in welchem Land wir spielen, das Publikum, welches uns gerne hat, lieb, warmherzig und süß ist. Zumindest 98%. Wir freuen uns und sind zuversichtlich, dass das so bleibt „smile“-Emoticon
Letztes Wochenende hat ein Paar laut Google Maps sogar 637km (x2, hin- und zurück) auf sich genommen um uns zu sehen… die waren auch süß!

Nimm2…
… Ich (Eggnog) wohnte nicht weit vom Morph Club entfernt und verbrachte dort immer liebend gerne meine Abende. Nimm2, WeGotSoul und Rex Report waren meine Lieblingsveranstaltungen neben vielen wunderbaren Konzerten. Viele meiner besten Abende in Bamberg haben dort stattgefunden. Es war genau mein Ding!
Vanilla & Koko wohnen ja nicht hier, aber Vanilla war einmal dabei und mutierte zum – wie oben bereits erwähnt – Party Animal.
Wir freuen uns, dass wir beim 10.Geburtstag mit dabei sein dürfen! Party on!

Hier könnt ihr mal reinhören:

Nimm2 im Interview

Freitag der 30. Oktober, 00:21 Uhr, Stilbruch. Der Schweiß tropft von der Decke, die Menschen tanzen in Ekstase – Nimm2 ist zurück:  Friday, finally we’re in love again.

Vor zehn Jahren von Peter Wittkamp initiiert, übernommen und erfolgreich weiter-getragen von Max Beer, ist Nimm2 nunmehr die einzig verbliebene Indie-Veranstaltung Bambergs. Wir haben uns mit DJ Modest M∆X getroffen und bei einem gemütlichen Hübner-Bock über Nimm2, den Morph und Indie in Bamberg gequatscht.

Los geht’s allerdings mit Peter Wittkamp, den wir in seinem Urlaub so lange mit unseren Fragen bombardiert haben, bis er sich schließlich von der Hotel-Bar losgeeist und uns seine Antworten via Morseapparat zugesendet hat. Danke dafür:

Peter, do you remember the first time? Wie lief das anfangs bei Nimm2 und woher der Name?
Peter Wittkamp: Ich war damals DJ im Stilbruch – jeden Mittwoch gab es BritPop mit PitPop. Starker Name, gell? Mein bester Freund Marius und ich kamen dann irgendwann auf die Idee, mehr daraus zu machen. Gemeinsam mit Stefan, dem Inhaber der Bar, haben wir uns dann das Konzept zu Nimm2 ausgedacht. Erst eine Band, die oben in der Gasstätte spielt, dann Party unten im Jazzkeller. Daher auch der Name: Nimm2. Markenrechtlich gesehen vielleicht ein wenig heikel, aber bis heute hat sich niemand beschwert. An Bands ist damals so ziemlich alles aufgetreten, was Rang und Namen hat: The Libertines, Interpol, Placebo … aber vielleicht täuscht mich meine Erinnerung da auch ein wenig.
Wie kamst du damals überhaupt auf den Gedanken, in Bamberg eine Indie-Party aufzuziehen? Du warst ja hier nicht in Seattle, Peter.
Es gab damals den eher punkigen Rex Report und eine Alternative-lastige Veranstaltung in Bamberg. Dazwischen gab es aber noch Raum für jemanden, der auch mal Belle & Sebastian oder – ja! – Coldplay auflegen wollte. Und diese Nische haben wir dann ausgefüllt.
…und dann an der Löwenbrücke raus. Wann und wie kam es zum Umzug in den Morphclub?
Irgendwann war es zu kompliziert, immer eine Band zu finden. Und so richtig rentiert hat es sich auch nicht. Gema, Gage, Anfahrt – alles ziemlich teuer. Also haben wir die Veranstaltung auf den Tanz-Part reduziert und sind in den alten Morph Club gezogen. War eine sehr schöne Zeit dort. Liebe Grüße an Günther und das ganze Team. Als ich mit dem Studium fast fertig war, bin ich dann nach Berlin gegangen, habe aber immer noch monatlich in Bamberg aufgelegt. Dann irgendwann im neuen Morph Club. Als mir die monatliche Pendelei zu viel wurde, habe ich die Veranstaltung in vertrauensvolle Hände gegeben. Und freue mich sehr, dass es sie auch nach zehn Jahren noch gibt. Nun wieder im Stilbruch … wo alles begann. Stark!

Nimm2 im Stilbruch

Max, seit wann bist du Gastgeber von Nimm2 und wie kam es dazu?
Max Beer: Peter war ja das letzte Mal im Dezember 2011 Veranstalter – ich hab dann ab Februar 2012 übernommen. Da ich vorher im Morph immer mal bei Fachschaftspartys aufgelegt und dadurch schon den Fuß in der Tür hatte, habe ich dann nachgefragt, ob ich Nimm2 übernehmen kann. Mich haben die Rihanna-Wünsche bei den Fachschaftspartys einfach zu sehr genervt, da musste ich die Gelegenheit ergreifen, das aufzulegen, was ich auflegen  möchte.
Seit wann bist du selber Friday in love? Wie bist du als Gast zu Nimm2 gekommen?
Die Musik hör ich natürlich schon seit Jahrzehnten – okay, sagen wir anderthalb Jahrzehnten, so alt bin ich dann auch noch nicht – und hab natürlich als Student auch schon immer Nimm2 besucht. Das war ein Pflichttermin, einfach,  um zu der Musik tanzen zu können, die man privat auch hört. Ich würde sagen – ich hab 2005 angefangen zu studieren – ich war eigentlich so ziemlich von Anfang an dabei, einmal im Monat.
War das noch im Stilbruch?
Das war noch im Stilbruch und dann vor allem im alten Morph und Peter hat ja auch noch im neuen Morph aufgelegt.
Wie hat sich, seitdem du das erste Mal bei Nimm2 am DJ-Pult gestanden hast, die Indie-Szene hier in Bamberg verändert? Ist die Gefolgschaft geringer geworden, haben sich andere Musikrichtungen durchgesetzt?
Seitdem ich angefangen habe, hat sich nicht so viel geändert, aber sehr viel seit der Zeit, als  Peter angefangen hat. 2005 bis 2008 war Indie so ein bisschen die Konsens-Musik unter den Studenten. In den späten 2000ern wurde das immer mehr abgelöst von Elektro. Also die Gefolgschaft, insofern man das so nennen kann, besteht aus einem kleinen Kreis von Leuten, die privat vor allem Indie hören, der Mehrzahl, die neben Elektro auch Indie zugeneigt ist, und Leuten, ich nenne es mal Laufkundschaft, die sich halt drauf einlassen.
Indie ist also nicht „out“?
Das Schöne an Indie ist, dass es, glaube ich, nie „out“ sein wird, auch wenn die Hochzeiten, die Mitte der 2000er waren, vorbei sind. Aber Indie-Musik existiert seit den 80ern und die wird es auch noch in 20 Jahren geben. Das ist keine Eintagsfliege wie bei dem Dubstep-Boom vor zwei Jahren, wo jedes Lied einen Dubstep-Breakdown brauchte. Indie verändert sich, es kommen immer wieder neue Einflüsse dazu. Auch innerhalb der Szene mag sich möglicherweise eine Kleinigkeit verändern, aber das überdauert viele Trends.

Nimm2 im Stilbruch

Du hast Eingangs erwähnt, dass Nimm2 schon seit fast 10 Jahren besteht. Ist zum Jubiläum irgendetwas Besonderes geplant?
Wir sind gerade in der Planung für’s Zehnjährige und wir werden auf jeden Fall etwas auf die Beine stellen, was der Tradition und der zehnjährigen Geschichte Rechnung trägt. Ich mag jetzt aber noch nicht zu viel verraten!
Was hat es für dich als Bamberger Nachtschwärmer aber auch als Veranstalter bedeutet, als der Morph dicht gemacht hat? Hast du mit dem Gedanken gespielt, die Kopfhörer an den Nagel zu hängen? Jedenfalls konnte man damals etwas derartiges auf der Nimm2-Page lesen.
Ich denke, den Verlust des Morphs, den merken alle, die ihn noch gekannt haben, nach wie vor, wenn sie am Wochenende weggehen wollen. Es war ein sicherer Anker in der Partywüste Bamberg, weil man sich einfach sicher sein konnte: Was da stattfindet, wird mit großer Wahrscheinlichkeit einigermaßen geschmackvoll sein. Heutzutage hat man ja Probleme, noch gute Partys zu finden.
Für mich als Veranstalter war es ein Schock, weil es für mich genauso plötzlich kam, wie für alle anderen auch. Nimm2 war damals tatsächlich die vorletzte Veranstaltung, die noch im Morph stattfand. Am Tag danach gab es noch eine Letzte, dann war Schluss. Erst nachdem ich fertig war mit Auflegen, hab ich erfahren, dass der Morph zu macht. Nimm2 war in den Jahren, seit Peter dort hin gewechselt war, so eng mit dem Morph verbunden, auch mit den Leuten und Mitarbeitern dort, dass es mein erster Impuls war, zu sagen: Wenn der Morph endet, dann endet auch Nimm2.
Wie kam es zum Umdenken?
Obwohl ich ursprünglich die Party einstellen wollte, gab‘s dann zwei Entwicklungen. Die erste war, dass mich mehrere Leute darauf angesprochen haben, dass sie nicht auf eine Indie-Veranstaltung verzichten wollen – was ich als Indie-Fan natürlich mehr als nachvollziehen konnte. Der zweite Punkt war, dass ich auch keine Lust hatte, mit dem Ganzen aufzuhören, weil es mir persönlich viel zu wichtig ist, eine Bandbreite im Bamberger Nachtleben mitzugestalten. Und da Nimm2 damals im Stilbruch entstanden ist, war’s für mich dann die erste Option, dort nachzufragen, ob überhaupt Interesse besteht. Ich wusste auch, dass viele Mitarbeiter im Stilbruch regelmäßige Gäste bei Nimm2 waren, dementsprechend hab ich dort offene Türen eingerannt und dafür bin ich unglaublich dankbar.

Nimm2 im Stilbruch

Jetzt ist Nimm2 schon wieder ein Jahr hier – kannst du einen Vergleich zum Morph ziehen?
Der Charakter der Party hat sich durch die Räumlichkeiten natürlich etwas geändert– was Vor- und Nachteile mit sich bringt, sich meiner Meinung nach aber die Waage hält. Ein Nachteil ist vielleicht, dass es im Stilbruch nicht diese Club-Atmosphäre gibt und dadurch tanzt nicht immer der gesamte Raum, wie es vielleicht im Morph der Fall war. Andererseits war es eben bei einer Veranstaltung mit 150 bis 300 Leuten im Morph schwer, den Raum voll zu bekommen. Im Stilbruch hat man mit 200 Leuten volles Haus und das begünstigt meiner Meinung nach auch die Stimmung – zum Positiven. Insofern bin ich sehr zufrieden, auch wenn sich vielleicht von der Grundausrichtung etwas geändert hat.
Angenommen, du müsstest einen Anhänger der  Electro/Techno/Minimal-Szene, die ja in den letzten Jahren in Bamberg schon auf dem Vormarsch ist, von Indie überzeugen – was wäre dein Favourite, mit dem dir das direkt gelingen würde?
Da muss ich erst mal einen Schluck nehmen (schaut für einen Moment tief in sein Glas). Ich versuch jetzt erst mal, der Frage dezent auszuweichen. Indie ist kein festgelegtes Genre und dadurch unglaublich variantenreich. Das versucht die Veranstaltung auch widerzuspiegeln, sodass Leute, die von unterschiedlichen Richtungen kommen, immer irgendwas finden, worauf sie sich einlassen können und wollen. Auch die elektronische Seite versuch ich wenigstens ein bisschen abzudecken. Ich denke, die Mischung macht‘s und die Qualität der Songs an sich. Dass also ein Song, auch wenn man ihn vorher nicht kannte, sofort irgendwie in die Beine geht. Ich denke, das ist das Erfolgsrezept. Denn ein Beat, der tanzbar ist, den haben Indie und elektronische Musik gemeinsam – also irgendeinen besonderen Song kann ich nicht  herausstellen.
Danke, Max, dass du dir die Zeit genommen hast.

Übrigens!

Jede der Parties kann man auch komplett bei Spotify nachhören. Einfach unter www.facebook.com/N2Bamberg vorbeischauen. Wer hier sein „Like“ setzt kann außerdem bei monatlichen Verlosungen von Album-Downloads und Gästelistenplätzen teilnehmen.

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