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Keine Band ist auch keine Lösung | halloJulia!

HalloJulia! kommen aus Berlin-Mitte, bezeichnen ihre Musik als Trash-Pop und stehen nächsten Freitag, den 17.03. zum 2. mal auf der Stilbruch-Bühne. Wir haben mit Percussionistin Brigitte gesprochen.

STILBRUCH: Ihr glänzt im neuen Jahr nicht nur mit neuem Video, sondern auch mit neuer Homepage. Ist das der erste Schritt zur Weltherrschaft?
BRIGITTE: (lacht) Ganz unbedingt. Die Homepage bekommt sogar noch eine neuere Version drauf, die Weltherschaft kann dann auch nicht mehr weit sein.

Wäre doch schön, wenn ihr die Weltherrschaft mit neuen Songs erobert. Kommt denn bald ein Album?
Tatsächlich werden wir mit neuen Songs im Gepäck auf eurer Bühne stehen. Für den Spätsommer ist dann auch eine neue CD geplant. Dafür haben wir auch kürzlich einen Spendenantrag gestellt, um das Studio finanzieren zu können. In ein Paar Wochen quartieren wir uns dann für ein Paar Tage in der fränkischen Schweiz ein, um in Ruhe an der neuen Scheibe zu arbeiten.

Wir freuen uns darauf! Ihr definiert eure Musik als Trash-Pop. Ich denke dabei an erster Linie an 90er Jahre Tracks, wie den Coco Jambo von Mr. President. Was genau kann man sich darunter vorstellen?
Gute Frage. Wir fanden es extrem schwer, einen Genre-Titel für unsere Musik zu finden. Nachdem wir uns mit einigen Freunden beraten haben, sind wir auf Trash-Pop gekommen. Da wir viele Spaß- und Quatschelemente in unsere Musik einbauen, dachten wir, mit der Bezeichnung Trash-Pop fahren wir am besten. Am besten man macht sich einfach live ein Bild davon!

Neugierieg macht es auf jeden Fall. Wie seid ihr drei denn eigentlich musikalisch zusammen gekommen? Fing das alles auf dem Sommerfest des Leichtathletikverbandes an?
(lacht) Auch wenn das Sommerfest des Leichtathletikverbandes ein einschneidendes Erlebnis für uns, und vor Allem für Julia, darstellt, kennen wir uns tatsächlich schon länger. Wir drei haben zusammen vor einigen Jahren in einer Marching-Band gespielt und sind seit dem befreundet. Etwa 4 Jahre später, als wir alle zu viel Zeit hatten, kamen wir auf die Idee, zusammen Straßenmusik zu machen. Das ganze haben wir dann einmal bei schlechtem Wetter am Berliner Alexanderplatz ausprobiert. Nachdem wir dabei ganze 3 Zuhörer hatten, haben wir uns dann doch entschieden, das ganze etwas anders anzugehen.

Hauptsache, ihr habt damit weiter gemacht. Wie seid ihr dazu gekommen, den Waschmaschinenschlauch in euer insgesamt schon kurioses Instrumentenreservoir aufzunehmen?
Tatsächlich hat unsere Glockenspielbeauftragte Lizzie das Spielen des Waschmaschinenschlauchs von ihrem Vater gelernt. Ihr Papa spielt Trompete und hat für verschiedene Projekte den Schlauch als Instrument ins Spiel gebracht.

 Themenwechsel. Wenn du in einer anderen Band deiner Wahl spielen könntest, welche wäre es nicht?
(lacht) Ich habe schon in vielen Bands gespielt, deren Musik ich mir selbst nicht unbedingt anhören würde. Ich denke, die Hauptsache ist es, dass die Leute, mit denen man arbeitet, Humor mitbringen. Es ist wahnsinnig anstrengend mit humorlosen Menschen zu arbeiten. Aber wenn das musikalische und das zwischenmenschliche stimmt, kann man beinahe überall mitspielen.

halloJulia! nach dem Soundcheck am 13. Juli 2017 im Stilbruch.
halloJulia! nach dem Soundcheck am 13. Juli 2017 im Stilbruch.

Interessant, welche Ideen das Trompetespielen mit sich bringt. Eine letzte Frage zum Abschluss: Wie hat es euch denn nach dem Auftritt im letztzen Jahr zurück nach Bamberg verschlagen?
In erster Linie ist unser Konzert im letzten Juni überraschend gut angekommen. Dabei ein großes Lob an euer Team, wir haben uns bei euch pudelwohl gefühlt. Auf der anderen Seite hat uns das lustige gemischte Publikum sehr gut gefallen. Alles in Allem sind Bamberg und der Stilbruch  schöne Orte, an die man gerne zurück kommt. Wir freuen uns jedenfalls riesig auf das Konzert und auf tolles Publikum.

Auch wir freuen uns auf euren Besuch. Vielen Dank für das Interview!
Falls ihr noch mehr über die Band wissen möchtet, empfehlen wir euch noch einmal den Blog-Artikel aus dem Vorjahr:

Vorgestellt | halloJulia!

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Besetzung halloJulia!

Julia (Elektro-Gitarre, groß raus bringen, rum stehen)
Kati Brien (Gitarre, Vocals, Sprachrohr, Sonstiges)
Lizzy Scharnofske (Glockenspiel, Vocals, Waschmaschinen-Schlauch, Sonstiges)
Brigitte Haas (Percussion, Vocals, Kröte, Sonstiges)

Hier das neue Video des Beliner Trios:

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Vorgestellt | halloJulia!

Morgen Abend, am 13. Juni, stehen sie auf der Bühne des Stilbruch: halloJulia! aus Berlin. Dass ihr wisst, mit wem ihr es zu tun habt und was euch erwartet, hier die Vorstellungsrunde einer Band, die man, wie sie selber von sich sagen, durchaus als unbeschreibliches Gesamtkunstwerk bezeichnen kann. Wir versuchen es dennoch:

„Keine Band ist auch keine Lösung“ …
– dachte sich Julia (auf dem Titelfoto rechts) und gründete 2015 mit Kati (Gitarre, Gesang), Lizzy (Glockenspiel, Gesang) und Brigitte (Percussion, Gesang) die Berlin-Mitte-Band halloJulia! Gemeinsam treten sie auf in elegant-lässiger Sportklamotte, denn nichts unterstreicht ihren fetzigen Sound mehr als speckig-glänzende, gold-, blau und schwarzfarbene Retro-Leggins. Funky.

Sie spielen … 
poppigen Funk – eine Mischung aus Jazz, Ballett, elektronischer Musik, chorischem Singen, Modern Dance und klassischer Musik – und singen deutsche Texte, die Geschichten von Alaskafischern, Polizei, Pommes, Aschenbecher, Müll und Exfreunden erzählen. Zeitlose Themen also, die ein jeder und eine jede aus dem persönlichen Alltag kennt. Unbedingt reinhören:

Sie sind unterwegs …
auf den Bühnen in Berlin und Brandenburg und machen sich nun auf, um nun auch in Sachsen und Oberfranken Currywurst mit Pommes salonfähig zu machen. In Bamberg spielen sie am 13. Juni, also am morgigen Dienstag. Los geht’s um 22 Uhr im Stilbruch.

lr

Titelbild © hallo Julia!

Interview | King Kong Kicks

Sie sind die große Konstante in der Indie-Szene, zählen deutschlandweit zu den bedeutendsten Indie-,Pop- und Electro-Partys, spielen ihre Sets auf Festivals wie dem Melt, in Clubs in Berlin, Hamburg oder Stuttgart und bringen seit Jahren ihre eigene Compilation heraus, auf die sie ein Destillat der besten Floorfiller des Jahres packen: King Kong Kicks. 2003 gegründet als King Kong Klub, wütet die Gruppe mehr oder weniger junger Indie DJs seit 2009 als King Kong Kicks durch 16 Städte und deren Club-Szene. Für diejenigen, die den großen Affen noch nicht kennen, haben wir vor dem ersten Auftritt im Stilbruch am 27. März 2016 ein Interview:

Wenn ich mich recht entsinne, habt ihr schon einmal in Bamberg aufgelegt, zur Feier des 5-jährigen Bestehens des Morph Clubs – kurz bevor dieser jedoch seine Tore schließen musste. Damals hat auch Bambergs bekannteste Indie-Party – Nimm2 – mit dem Gedanken gespielt, die Platten an den Nagel zu hängen, und ich erinnere mich, dass mein Mittbewohner – seines Zeichens  Indie-/Alternative-Dogmatiker – in einem Zustand von Trauer und Wut an eure Pinnwand geschrieben hat, dass ihr seine letzte Hoffnung seid und ob ihr denn wieder nach Bamberg kommt. Das ist jetzt rund anderthalb Jahre her. Warum hat’s so lange gedauert? Was hat euch so lange aufgehalten?
King Kong Kicks (Gabriel Bajcic): Dass der Morph Club schließen musste traf uns sehr und es hat seine Zeit der emotionalen Verarbeitung gebraucht. Mal im Ernst… Wenn ein Club schließt, ist das immer sehr schade. Ein Problem ist natürlich, dass wir in den vielen Städten, in denen wir regelmäßig zu Gast sind, eben nur Gast sind und man nicht einfach beim Nachbarn klingelt, weil die letzte Beziehung beendet werden musste. Wir haben nun aber kürzlich eine Nachricht eines alten Stammgastes (vielleicht dein Mitbewohner?!) erhalten mit der Bitte, wieder was in Bamberg zu machen. Von ihm kann dann auch der Vorschlag, den Stilbruch anzuschreiben. In diesem Fall haben wir uns also verkuppeln lassen und jetzt sind wir natürlich gespannt auf das erste Date. Ein bisschen kribbelt es ja schon.

King Kong Kicks in Essen. (Foto: King Kong Kicks)

Mit der Reihe King Kong Kicks seid ihr in Clubs  in 16 verschiedenen Großstädten Deutschlands unterwegs und legt auch auf Festivals auf. Warum ist es damals die möglicherweise etwas verschlafene Kleinstadt Bamberg geworden,  warum der „Relaunch“ 2016  und warum im Stilbruch?
Besonders wohl fühlen wir uns in studentischen Szeneclubs. Natürlich liegen da die Großstädte sehr nah. Nichts desto trotz geht es am Ende des Tages um eine schöne Nacht mit interessanten Menschen, die einfach Bock auf Musik haben, sich auch mal fallenlassen können und gern auch morgens mit uns den Club abschließen. In Bamberg gibt es eine gute Indie-Szene und – wenn ich mich recht entsinne – eben diese Menschen, mit denen wir gern feiern. Der Stilbruch ist ein Laden, der kulturell einiges zu bieten hat und bei dem die Lust auf Musik absolut im Vordergrund steht, was uns bei der Partnerwahl sehr wichtig ist. Außerdem fühlen wir uns freundschaftlich zu Max und seiner Nimm2-Party verbunden.
Was erwartet ihr euch von einer Kleinstadt wie Bamberg im Unterschied zu Städten wie Berlin, Hamburg oder Stuttgart in Bezug auf Publikum und Stimmung?Unterschiede gibt es, aber keinen, der sich auf die Größe der Stadt zurückführen lässt. Wir erwarten einen Haufen tanzwütiger, aufgeschlossener und ein bisschen verrückter Leute. Im Grunde ist es egal, ob jemand in Berlin Bock auf die Party hat oder eben in Bamberg. Zumindest ist es uns egal. Wir haben immer unseren Spaß und wollen diesen gern teilen.
Es grassiert das Gerücht, der Indie-Boom habe den Peak bereits vor Jahren erreicht. Was haltet ihr dem als immer noch erfolgreiche Indie-DJs entgegen?
Das stimmt teilweise. Teilweise deshalb, weil Bands, die Indie im rockigen Sinne spielen, kaum an den Erfolg der Bands von vor 5 oder gar 10 Jahren anknüpfen können, mit Ausnahmen natürlich. Andererseits kommen Parties, die eben diesen Classic Indie spielen, mehr und mehr zurück. Wir merken das selbst mit unserer Party The Early Days, die an Zeiten anknüpft, als die King Kong Kicks noch King Kong Klub hießen. Die Kicks sind dagegen etwas offener und moderner und fließen durch verschieden Genres, die aber alle durchaus Berührungspunkte mit der Entwicklung des Indie haben, poppig, elektronisch, mal eine gute Rap-Nummer und das Ganze ohne die Klassiker aus den Augen zu verlieren.

Christian Vorbau, Kopf der King Kong Kicks. (Foto: King Kong Kicks)

Aufgrund ihres vorzüglichen Musikgeschmacks gelten Indie-DJs nicht selten als erhaben und unnahbar. Wie schätzt ihr euch selber ein und wie geht ihr mit allzu profanen Songwünschen um?
„Erhaben“ und „unnahbar“ sind wir nicht und wollen wir auch gar nicht sein. Wir spielen auch mal einen unbekannte, neuen Song, allerdings nie belehrend sondern eher wie es unter Freunden läuft: „Hast du schon die Neue von XY gehört?“ Im Fokus liegt immer die Party an sich und eigentlich stehen wir am liebsten auf einer Ebene, weil wir vor allem mitfeiern wollen. Das ist kein Frontalunterricht.
Regelmäßig presst ihr die musikalischen Errungenschaften, die bei euren Partys den Dancefloor füllen, auf Platte, bringt also eine Compilation der besten Indie-, Pop- und Elektro-Tracks raus.  Wenn ihr hier und jetzt einen Shortplayer mit, sagen wir, fünf Songs präsentieren müsstet,  Songs, die noch niemand kennt, aber sämtliche Indie-Jünger die Tanzfläche stürmen lassen: welche wären das?
Die Arbeit am Sampler bricht Herzen, weil wir uns entscheiden müssen. Da muss dann auch mal der Hit dem unbekannten Artist weichen. Die Mischung ist uns dabei sehr wichtig. Im Prinzip wie im Club, nur dass die Platte etwas ruhiger ist, also für zuhause oder den Baggersee. Eine aktuelle Liste zu erstellen würde also mein kleines Herzchen brechen. Momentan tummeln sich aber die neuen Alben von Miike Snow, Jack Garratt, Soulwax, Lapslay und Get Well Soon auf meinem Player. Der eine oder andere Song könnte am 27.03. auf ein Tänzchen im Stilbruch vorbeikommen.
Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt!

lr