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Sandkerwa-Alternativen

Seit dieser Woche steht endgültig fest: 2017 wird es keine Sandkerwa geben – das erste Mal seit 1951. Warum nicht? Der Bürgerverein Sand und die Stadt Bamberg fanden bei einem für Dienstag anberaumten Schlichtungsgespräch zumindest für die diesjährige Kerwa keinen gemeinsamen Nenner. Zeit, sich über die passenden Alternativen Gedanken zu machen. Wir haben für diejenigen, die bereits den Urlaub eingereicht, sich in den Hotels einquartiert und das Wochenende vom 24. bis zum 28. August in Bamberg geplant haben, zwei Alternativen zusammengetragen: zwei Dinge – die Kerwa im kleinen auf der einen und ein kleines Festival im Stilbruch auf der anderen Seite

Alternativen 1 bis 14: Eine Kerwa im Bamberger Land besuchen
Bamberg, Bier- und Genussregion, bietet nicht nur im Stadtgebiet eine schier unerschöpfliche Vielfalt an unterschiedlichsten Kirchweihen. Denn die gibt es auch im   Umland – Ende August, zumeist aber natürlich im Schatten der großen Sandkirchweih stehend. Nicht so dieses Jahr: Ob Merkendorf, Priesendorf, Priegendorf (alle 24. bis 28. August), Scheßlitz, Oberhaid, Thüngfeld, Oberharnsbach, Wingersdorf (alle 25. bis 28. August), Weipelsdorf, Untersteinach, Unterleiterbach (alle 26. bis 27. August) oder Kemmern, Burggrub und Freudeneck (26. bis 28. August) – 14 verschiedene Kerwas finden alleine am letzten August-Wochenende im Bamberger Landkreis statt. Genug Platz, um die 300.000 Besucher der Sandkerwa unterzukriegen? Wohl kaum. Aber ganz sicher Orte, an denen man entspannt und in uriger Atmosphäre gutes Bier trinken kann.

Alternative 15: Das Best-of-Stilbruch-Festival im – tadaaa – Stilbruch besuchen
In der Sandstraße wird nicht nichts passieren. Denn alternativ zur Sandkerwa wird der Stilbruch am letzten August-Wochenende ein kleines, fünftägiges Festival abhalten – mit DJs, Musikern und Künstlern, mit leckerem Essen und noch feinerem Bier, mit guter Laune und jeder Menge Spaß. Den Ideen, auch euren, sind dabei keine Grenzen gesetzt. Also bringt euch ein, macht Vorschläge, was ihr hören, sehen, essen, trinken und erleben wollt. Wir nehmen all eure Anregungen sorgfältig auf, sodass es ein tolles gemeinsames Wochenende wird. Auch ohne Sandkerwa.

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Sandkerwa 2017 – ja, nein oder doch vielleicht?

Die Kerwa ist tot, es lebe die Kerwa! Die Sandkerwa ist auch im Stilbruch Tradition. Entsprechend beobachten wir mit Argusaugen, wie viele Akte dieses Drama noch bietet. Findet sie nicht statt, oder etwa doch? Wer in der aktuellen Informationsflut bereits jetzt den Überblick verloren hat: Hier die Geschichte und die Entwicklungen der Sandkerwa-Absage.

Die Absage
Es ist Mittwoch, der 3. Mai 2017, 18.50 Uhr. Ein Unwetter bricht los in den sozialen Netzwerken: „Bamberger Sandkerwa abgesagt“, wird dort von den einschlägigen Portalen eiligst vermeldet. Eine Absage, die den Großteil der Bamberger offenbar eiskalt erwischt. Klar, wenn der Urlaub von langer Hand geplant, das Dirndl bereits gebügelt und die Lederhose schon entlüftet ist.

Entsprechend hitzig und kontrovers wird die Diskussion in den sozialen Netzwerken geführt. Und Schuldige, die sind schnell gefunden: Die Stadt Bamberg, die in den vergangenen Jahren die Sicherheitsauflagen und somit auch die Last für den Bürgerverein Sand stetig erhöht habe; der Bürgerverein selbst, der in Geld schwimme und den Hals nicht voll genug bekomme; und natürlich bedanken sich einige, dem aktuellen Zeitgeist entsprechend, auch artig bei Kanzlerin Merkel. Es gibt aber auch diejenigen, die ob dieser Meldung sichtlich erfreut sind: „Endlich mal kein vollgekotzter Vorgarten.“

Die Reaktion
Es ist Donnerstag der 4. Mai 2017. Retten wolle man die Sandkerwa, so verlautet die Stadt vollmundig als Reaktion auf die tags zuvor durch den Bürgerverein Sand verkündete Absage. Ein für Donnerstagabend kurzfristig anberaumtes Schlichtungsgespräch zwischen den Sandkerwa-Verantwortlichen und der Stadt Bamberg platzt jedoch. Die Folge: Ein Kompromiss rückt in weite Ferne und damit auch die Traditionskirchweih 2017. Spekuliert wird bereits über einen von der Stadt organisierten Plan B – eine Ersatzkerwa – inklusive Sponsoring und Eintrittsgeld.

Die Pressekonferenz
Es ist Samstag, der 6. Mai 2017. Was folgt ist die Pressekonferenz des Bürgervereins und die Antwort auf die Frage nach dem Warum: Als Gründe angeführt werden die erhöhte finanzielle Belastung aufgrund der gestiegene Sicherheitsanforderungen und die hohe Besucherzahl – in den letzten Jahren immerhin rund 300.000 Menschen -, die das Sandgebiet bereits an die Belastungsgrenze bringt. Eine ehrenamtliche Verantwortung der Sandkerwa sei so nicht mehr zu verantworten. Eigentlich wiederholt sich also das, was in den Jahren zuvor seitens des Bürgervereins bereits an die Stadt Bamberg herangetragen wurde, die in der Vergangenheit aus Sicht des Bürgervereins ihre Unterstützung jedoch verwehrte. Diesmal mit den bekannten Folgen.

Die Verhandlungen
Trotz gegenseitiger Schuldzuweisungen scheint Stand heute ein Dialog wieder möglich. Kommenden Dienstag, am 16. Mai,  treffen sich die Verantwortlichen des Bürgervereins Sand und der Stadt, darunter OB Starke (SPD), zum Gespräch, um die Bamberger Sandkerwa 2017 doch noch zu retten. Das Aus, das in Stadt und Land für derartiges Aufsehen gesorgt hat, scheint also noch abwendbar. Informationen über die Zukunft der Traditionskirchweih, so die Verantwortlichen der Stadt Bamberg, werde es allerdings erst nach diesem Treffen geben.

Und sollte die Sandkerwa 2017 tatsächlich endgültig abgesagt werden, was wir natürlich inständig nicht hoffen, haben wir trotzdem immerhin diese tollen Erinnerungen aus dem vergangenen Jahr:

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