Schlagwort-Archive: Stilbruch

Vorgestellt | halloJulia!

Morgen Abend, am 13. Juni, stehen sie auf der Bühne des Stilbruch: halloJulia! aus Berlin. Dass ihr wisst, mit wem ihr es zu tun habt und was euch erwartet, hier die Vorstellungsrunde einer Band, die man, wie sie selber von sich sagen, durchaus als unbeschreibliches Gesamtkunstwerk bezeichnen kann. Wir versuchen es dennoch:

„Keine Band ist auch keine Lösung“ …
– dachte sich Julia (auf dem Titelfoto rechts) und gründete 2015 mit Kati (Gitarre, Gesang), Lizzy (Glockenspiel, Gesang) und Brigitte (Percussion, Gesang) die Berlin-Mitte-Band halloJulia! Gemeinsam treten sie auf in elegant-lässiger Sportklamotte, denn nichts unterstreicht ihren fetzigen Sound mehr als speckig-glänzende, gold-, blau und schwarzfarbene Retro-Leggins. Funky.

Sie spielen … 
poppigen Funk – eine Mischung aus Jazz, Ballett, elektronischer Musik, chorischem Singen, Modern Dance und klassischer Musik – und singen deutsche Texte, die Geschichten von Alaskafischern, Polizei, Pommes, Aschenbecher, Müll und Exfreunden erzählen. Zeitlose Themen also, die ein jeder und eine jede aus dem persönlichen Alltag kennt. Unbedingt reinhören:

Sie sind unterwegs …
auf den Bühnen in Berlin und Brandenburg und machen sich nun auf, um nun auch in Sachsen und Oberfranken Currywurst mit Pommes salonfähig zu machen. In Bamberg spielen sie am 13. Juni, also am morgigen Dienstag. Los geht’s um 22 Uhr im Stilbruch.

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Titelbild © hallo Julia!

Sandkerwa-Alternativen

Seit dieser Woche steht endgültig fest: 2017 wird es keine Sandkerwa geben – das erste Mal seit 1951. Warum nicht? Der Bürgerverein Sand und die Stadt Bamberg fanden bei einem für Dienstag anberaumten Schlichtungsgespräch zumindest für die diesjährige Kerwa keinen gemeinsamen Nenner. Zeit, sich über die passenden Alternativen Gedanken zu machen. Wir haben für diejenigen, die bereits den Urlaub eingereicht, sich in den Hotels einquartiert und das Wochenende vom 24. bis zum 28. August in Bamberg geplant haben, zwei Alternativen zusammengetragen: zwei Dinge – die Kerwa im kleinen auf der einen und ein kleines Festival im Stilbruch auf der anderen Seite

Alternativen 1 bis 14: Eine Kerwa im Bamberger Land besuchen
Bamberg, Bier- und Genussregion, bietet nicht nur im Stadtgebiet eine schier unerschöpfliche Vielfalt an unterschiedlichsten Kirchweihen. Denn die gibt es auch im   Umland – Ende August, zumeist aber natürlich im Schatten der großen Sandkirchweih stehend. Nicht so dieses Jahr: Ob Merkendorf, Priesendorf, Priegendorf (alle 24. bis 28. August), Scheßlitz, Oberhaid, Thüngfeld, Oberharnsbach, Wingersdorf (alle 25. bis 28. August), Weipelsdorf, Untersteinach, Unterleiterbach (alle 26. bis 27. August) oder Kemmern, Burggrub und Freudeneck (26. bis 28. August) – 14 verschiedene Kerwas finden alleine am letzten August-Wochenende im Bamberger Landkreis statt. Genug Platz, um die 300.000 Besucher der Sandkerwa unterzukriegen? Wohl kaum. Aber ganz sicher Orte, an denen man entspannt und in uriger Atmosphäre gutes Bier trinken kann.

Alternative 15: Das Best-of-Stilbruch-Festival im – tadaaa – Stilbruch besuchen
In der Sandstraße wird nicht nichts passieren. Denn alternativ zur Sandkerwa wird der Stilbruch am letzten August-Wochenende ein kleines, fünftägiges Festival abhalten – mit DJs, Musikern und Künstlern, mit leckerem Essen und noch feinerem Bier, mit guter Laune und jeder Menge Spaß. Den Ideen, auch euren, sind dabei keine Grenzen gesetzt. Also bringt euch ein, macht Vorschläge, was ihr hören, sehen, essen, trinken und erleben wollt. Wir nehmen all eure Anregungen sorgfältig auf, sodass es ein tolles gemeinsames Wochenende wird. Auch ohne Sandkerwa.

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Sandkerwa 2017 – ja, nein oder doch vielleicht?

Die Kerwa ist tot, es lebe die Kerwa! Die Sandkerwa ist auch im Stilbruch Tradition. Entsprechend beobachten wir mit Argusaugen, wie viele Akte dieses Drama noch bietet. Findet sie nicht statt, oder etwa doch? Wer in der aktuellen Informationsflut bereits jetzt den Überblick verloren hat: Hier die Geschichte und die Entwicklungen der Sandkerwa-Absage.

Die Absage
Es ist Mittwoch, der 3. Mai 2017, 18.50 Uhr. Ein Unwetter bricht los in den sozialen Netzwerken: „Bamberger Sandkerwa abgesagt“, wird dort von den einschlägigen Portalen eiligst vermeldet. Eine Absage, die den Großteil der Bamberger offenbar eiskalt erwischt. Klar, wenn der Urlaub von langer Hand geplant, das Dirndl bereits gebügelt und die Lederhose schon entlüftet ist.

Entsprechend hitzig und kontrovers wird die Diskussion in den sozialen Netzwerken geführt. Und Schuldige, die sind schnell gefunden: Die Stadt Bamberg, die in den vergangenen Jahren die Sicherheitsauflagen und somit auch die Last für den Bürgerverein Sand stetig erhöht habe; der Bürgerverein selbst, der in Geld schwimme und den Hals nicht voll genug bekomme; und natürlich bedanken sich einige, dem aktuellen Zeitgeist entsprechend, auch artig bei Kanzlerin Merkel. Es gibt aber auch diejenigen, die ob dieser Meldung sichtlich erfreut sind: „Endlich mal kein vollgekotzter Vorgarten.“

Die Reaktion
Es ist Donnerstag der 4. Mai 2017. Retten wolle man die Sandkerwa, so verlautet die Stadt vollmundig als Reaktion auf die tags zuvor durch den Bürgerverein Sand verkündete Absage. Ein für Donnerstagabend kurzfristig anberaumtes Schlichtungsgespräch zwischen den Sandkerwa-Verantwortlichen und der Stadt Bamberg platzt jedoch. Die Folge: Ein Kompromiss rückt in weite Ferne und damit auch die Traditionskirchweih 2017. Spekuliert wird bereits über einen von der Stadt organisierten Plan B – eine Ersatzkerwa – inklusive Sponsoring und Eintrittsgeld.

Die Pressekonferenz
Es ist Samstag, der 6. Mai 2017. Was folgt ist die Pressekonferenz des Bürgervereins und die Antwort auf die Frage nach dem Warum: Als Gründe angeführt werden die erhöhte finanzielle Belastung aufgrund der gestiegene Sicherheitsanforderungen und die hohe Besucherzahl – in den letzten Jahren immerhin rund 300.000 Menschen -, die das Sandgebiet bereits an die Belastungsgrenze bringt. Eine ehrenamtliche Verantwortung der Sandkerwa sei so nicht mehr zu verantworten. Eigentlich wiederholt sich also das, was in den Jahren zuvor seitens des Bürgervereins bereits an die Stadt Bamberg herangetragen wurde, die in der Vergangenheit aus Sicht des Bürgervereins ihre Unterstützung jedoch verwehrte. Diesmal mit den bekannten Folgen.

Die Verhandlungen
Trotz gegenseitiger Schuldzuweisungen scheint Stand heute ein Dialog wieder möglich. Kommenden Dienstag, am 16. Mai,  treffen sich die Verantwortlichen des Bürgervereins Sand und der Stadt, darunter OB Starke (SPD), zum Gespräch, um die Bamberger Sandkerwa 2017 doch noch zu retten. Das Aus, das in Stadt und Land für derartiges Aufsehen gesorgt hat, scheint also noch abwendbar. Informationen über die Zukunft der Traditionskirchweih, so die Verantwortlichen der Stadt Bamberg, werde es allerdings erst nach diesem Treffen geben.

Und sollte die Sandkerwa 2017 tatsächlich endgültig abgesagt werden, was wir natürlich inständig nicht hoffen, haben wir trotzdem immerhin diese tollen Erinnerungen aus dem vergangenen Jahr:

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Fragestunde | Andi Valandi & Band

Sie kommen aus Dresden, sie machen schnörkellosen und kraftvollen Krautblues-Protopunk inklusive poesievoller Texten und Reibeisenstimme und sie stehen anlässlich ihrer Franken-Thüringen-Tour am 20. Mai zu dritt auf der Bühne des Stilbruch : Andi Valandi & Band. Vorab haben wir ihnen einige Fragen gestellt.

STILBRUCH: Wie viel Alkohol muss man getrunken haben und wie viele Zigarette geraucht, um eine solche Reibeisenstimme wie Andi Valandi zu bekommen?
ANDI VALANDI & BAND: Die Antwort ist 42. Ganz Ehrlich? Keine Ahnung. Das geht auch ganz ohne diese Lifes-Style-Drogen, würde ich sagen, und ist eher eine Frage der (Atem-) Technik.
Los ging’s damals, 2013, solo als Straßenmusiker mit Hut und Klampfe. Wie weit ist heute noch der Weg zum vom so sehnlich erträumten Whirlpool inklusive Schampus?Hahaa, weit, gaaanz weit, hoffe ich. Dann bleibt man mit den Füßen auf dem Boden und kann weiter in Ruhe rum spinnen. Wobei ich neulich vor ´nem Auftritt in einer heißen Badewanne lag und den billigsten trockenen Sekt aus dem Supermarkt schlürfte. Zählt das schon?
Sagen wir mal „Jein“. Aber hat eben dieser Traum euch 2015 als Band zusammenfinden lassen, oder was war der Grund?
Ja nee. Wir sind ne Handvoll Dresdner Kiez-Kiddies die sich einfach zusammengefunden haben, weil sie einfach Musik machen wollen. Ganz klassisch. Unsere Musik, darum geht’s. Ob du dann im Heu in der Scheune pennst oder im Hotel ist nebensächlich.
Ihr macht, so sagt ihr zumindest selbst, wilden Krautblues und Straßenköter-Protopunk – irgendwie undefinierbar, irgendwie ungreifbar. Warum wollt ihr in keine Schublade passen? Es wäre so viel einfacher.
Ja, schon. Aber Mal ehrlich, wo packst du uns denn rein? Blues? Ja, Naja. Punk? Ja auch. Irgendwas dazwischen halt. Und außerdem ist es sexy, eine eigene Schublade zu haben, oder?
Hätte tatsächlich auch gerne eine. Was anderes: Einer eurer Songs, „Muddi muss weg“, handelt davon, dass man mit 30 noch Zuhause lebt, die Muddi einfach nur nervt und aus dem Haus muss. Autobiographisch? Und falls ja, hast du es geschafft?
Ja.
Glückwunsch! Mal etwas ernster: Vor dem Hintergrund des aktuellen Zeitgeists, in dem Patrioten in eurer Heimatstadt Dresden einmal pro Woche „spazieren gehen“ und Flüchtlingsunterkünfte in Brand gesteckt werden: Wie politisch darf oder muss Musik eurer Meinung nach sein?
Kunst darf halt alles. Sie kann so politisch sein, wie sie will, und muss gleichzeitig überhaupt nichts. Wobei ich mich zu den Leuten zähle, die sagen: „Alles ist politisch!“ Eine Band wie TonSteineScherben zum Beispiel ist selbstverständlich politisch. Aber es hat genauso eine Aussage, zum Roland-Kaiser-Konzert zu gehen oder Bratwurst zu essen oder mit den Kindern auf den Spielplatz zu gehen. Oder eine Toilettenschüssel irgendwo hinzustellen und zu sagen: „Das ist Kunst!“ Aus dem allen kann man irgendwas ablesen. Und wenn es vielleicht nur folgende Aussage ist: Das und das interessiert mich nicht. Auch das ist doch politisch, oder man kann es zumindest so sehen.
Was sind Erfahrungen, die ihr selber schon mit Pegida gemacht habt?
Naja, die Stimmung ist ungewöhnlich aufgeheizt, mittlerweile seit mehreren Jahren, und der Diskurs wird immer aggressiver, dass man ihn meistens nicht mehr als solchen bezeichnen kann. Und seither gehen hier in der Umgebung dauernd die Heime in Flammen auf. Das ist schon bedrückend und macht ne ganz eklige Stimmung. Wir haben vor knapp zwei Jahren vor vielleicht 10.000 Leuten auf einer No-Pegida-Demo gespielt, das fand ich dann wieder ganz aufmunternd, auch wenn uns wahrscheinlich nur die ersten paar Reihen gehört haben.

Andi Valandi & Band spielen auf der Veranstaltung „Herz-statt-Hetze“ gegen Rechts.

Abschließend noch eine Frage: Ihr seid im Mai und Juni fleißig auf Tour unterwegs. Wieso zieht‘s euch nach Bamberg und warum in den Stilbruch?
Mein Onkel wohnt in Bamberg, aber das war denk ich mal nicht der Grund, dass wir unbedingt zu Euch wollten. Ich mein wir fahren einfach ne gute Woche in Franken und Thüringen rum und wollen halt Musik machen. So ungefähr ist das Konzept. Deshalb spielen wir auch bei euch. Danke dafür!
Gerne doch! Danke für das Interview.

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BANDPROFIL – ANDI VALANDI & BAND
Besetzung:
Andi Valandi (Gesang und Gitarre)
Frank Dresig (Mundharmonika und Keyboard)
Yvonne Rühle (Schlagzeug)
Platten: 
Liebe im Untergrund (2015)

Wer möchte, kann hier reinhören:

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Drei Wanderrouten für den 1. Mai

Dass ihr auch mal raus kommt aus dem Bamberger Smog, hier drei in der Region gelegenen Routen, die man mit viel Bierdurst unbedingt bewandern sollte.* Was bietet sich da besser an als der 1. Mai, in Franken traditionell Tag der Bierwanderung. Eine Alternative haben wir für alle 1.-Mai-Demo-Traditionalisten aber auch.

Route #1: Hallstadt – Dörfleins – Kemmern – Hallstadt (ca. 9,6 km)
Mit dem Zug geht’s ab nach Hallstadt. Vom Bahnhof aus ist es nicht weit bis zur ersten Rast auf dem Diller-Keller. Anschließend lässt es sich gemütlich weiterwandern, stets den Wald zur linken und den Main zur rechten Hand. Verdursten und verhungern muss auf dieser Strecke mit Sicherheit niemand, denn es folgen Schlag auf Schlag drei weitere Bierkeller – der Rabenhorst, der Wagner-Keller und der Leicht’s Keller – allesamt in der grünen Idylle des fränkischen Maintals gelegen. Über Kemmern geht’s dann wieder nach Hallstadt, wo der Zug nach Bamberg sicherlich schon wartet.

Route #2: Bad Staffelstein – Staffelberg – Vierzehnheiligen – Bad Staffelstein (ca. 14,5 km)
Der Zug bringt einen in Kürze von Bamberg nach Bad Staffelstein. Im Maintal gelegten, ragt der Staffelberg in der Ferne bedrohlicher gen Himmel empor, als er am Ende tatsächlich ist. Bereits am Fuß des Berges –  in Romansthal – wartet neben dem ersten Halt auch schon das erste Bier – kurz vor dem steilsten Teil des Anstiegs. Bewältigt man diesen Kraftakt, so wird man auf dem „Gipfel“ nicht nur mit der besten Bratwurst belohnt – die gibt es hier nämlich zweifelsohne in der „Staffelbergklause -, denn von der schroffen Felsenfront aus bietet sich einem zudem ein schier überwätligender Blick über die Weiten des Maintals – bei gutem Wetter gar bis nach Bamberg. Der „Abstieg“ führt über die gerade mal einen Steinwurf von Vierzehnheiligen entfernte Brauerei „Trunk“ zurück ins Tal und nach Bad Staffelstein.

Der Blick vom Staffelberg über die Weiten des Maintals.

Route #3: Strullendorf – Rossdorf am Forst – Leesten – Strullendorf (ca. 14,6 km)
Ab mit dem Zug nach Strullendorf. Dort angekommen, geht’s vom Bahnhof aus auf den glücklicherweise direkt in Strullendorf gelegenen und nur einen kurzen Fußmarsch entfernten „Schwanenkeller“ –  Brotzeit, Bier und fränkische Gelassenheit garantiert. Wandert man weiter, so findet man unter blühenden Linden und neben einem schmalen Bächlein den urigen „Felsenkeller“, wo traditionell Rossdorfer Lager- und Braunbier ausgeschenkt wird. Über das „Waldstübla in Leesten“ und die „Almrauschhütte“ in Amlingstatt gelangt man dann wieder zurück nach Strullendorf.

Und wer dann doch eher die 1.-Mai-Demo-Traditionen pflegen möchte:

Alternativroute #4: Demo – WIR SIND VIELE. WIR SIND EINS. 
Um 9.30 Uhr vom Bahnhof aus startend, wandert der Demonstrationszug, organisiert vom Bamberger Kreisverband des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), in Richtung Gabelmann, wo dann die Abschlusskundgebung stattfinden wird.

 

*Wir übernehmen keine Haftung für trockene Kehlen. Denn ob die Bierkeller tatsächlich geöffnet haben, solltet ihr vor eurer Wanderung selber überprüfen.

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Bier-Bildung | Wissenswertes über unser Biersortiment

Häufig stellt ihr uns die Frage, in welchen Regionen des Landes eigentlich unsere verschiedenen Biersorten beheimatet sind. Hier eine kleine Übersicht mit einigen interessanten Fakten:

#1 – Otto Hübner Bräu – Vollbier | Steinfeld (Fränkische Schweiz), Oberfranken
In der Idylle der Fränkischen Schweiz am Ursprung der Wiesent gelegen, beherbergt Steinfeld eine der traditionsreichsten Brauereien der Region. Einen Zwischenstopp, um zumindest das süffige, bernsteinfarbene Vollbier zu probieren, sollte man hier also auf jeden Fall einplanen, wenn man zu Fuß durch die vom Jura gezeichneten Kalk- und Dolomiten-Felsen wandert.

#2 – Spezial Bräu – Rauchbier | Bamberg, Oberfranken
Das Rauchbier steht für die jahrhundertealte Tradition der Bamberger Braukunst. Der Rauchgeschmack entsteht, da der Trocknungsprozesses des Malzes durch die Befeuerung mit Buchenholz beschleunigt wird. Auch die dunkle Farbe dieses Bieres ist auf diesen Räucherungsprozess zurückzuführen.

#3 – Held Bräu – Dunkles | Oberailsfeld (Fränkische Schweiz), Oberfranken
Die dunkle Farbe bekommt das altfränkische Bauernbier durch die Hinzugabe von geröstetem, tief-braunem Gerstenmalz. In Verbindung mit dem untergärigen Brauprozess entsteht so eine fein-süßliche, malzige Note, die dem Dunklen den so typischen Geschmack verleiht.

#4 – Mahr’s Bräu- U(ngespundet) | Bamberg, Oberfranken
Wie hört es sich an, wenn drei Franken jeweils ein Ungespundetes bestellen? „A U, a U, I a a U“. A U ist ein unfiltriertes Kellerbier, das, wie man dem Namen entnehmen kann, traditionell „auf dem Bierkeller“ getrunken wird und noch restliche Eiweis- und Hefestoffe beinhaltet, die diesem Bier die bekanntliche Trübe verleihen.

#5 – Keesmann – Herrenpils | Bamberg, Oberfranken
Bambergs wohl bekanntestes Pils, das bereits deutschlandweit zahlreiche Preise abstauben konnte. Herb im Geschmack, weil stärker gehopft, ist ein derartiges Pils im fränkischen Raum eher selten, da hier die süffigen Variationen des Bieres bevorzugt werden. Pilstrinker kommen also voll auf ihre Kosten.

#6 – Rothaus – Tannenzäpfle Pils | Rothaus (Schwarzwald), Baden-Württemberg
Ein Bier, das dem Hochschwarzwald (ca. 1.000 Meter über Meeresspiegel) entstammt und in den Kupferkesseln der Badischen Staatsbrauerei Rothaus nach Pilsener Brauart gebraut wird. Weder zu süß, noch zu herb.

#7 – Jever – Pils | Jever (Friesland), Niedersachsen
Im hohen Norden Deutschlands mögen sie’s herb. Entsprechend ist das Jever-Pils das bitterste in unserem Bier-Fundus.

#8 – Weisses Bräuhaus G. Schneider & Sohn  – Weizen | Kelheim, Niederbayern
Ein Weizen ist ein mit obergäriger Hefe angesetztes Bier, dem im Brauprozess nicht nur Gersten-, sondern auch Weizenmalz beigefügt wird. Aufgrund des Reinheitsgebots  war den Bierbrauern die Herstellung dieser Bierspezialität im 16. Jahrhundert untersagt. 1872 gründete Georg Schneider I, der erste Bürgerliche Bayerns mit dem Privileg, Weizen brauen zu dürfen, das Weissbier-Bräuhaus in München, das mittlerweile von Georg Schneider VI geführt wird.

#9 – Gutmann Bräu – Weizen | Titting (Eichstätt), Oberbayern
Heute Teil Oberbayerns, wo ein Weizen eigentlich ein Weissbier ist, gehörte Eichstätt und somit auch die Brauerei Gutmann bis zur Gebietsreform 1972 zum Regierungsbezirk Mittelfranken. Was auch nach dem Wechsel blieb, war das „Weizen“.

#10 – Mönchshof – Naturradler | Kulmbach, Oberfranken
Zwar nennt sich Kulmbach selbst die heimliche Hautstadt des Bieres, ob der schier unerschöpflichen Fülle an Brauerein im Frankenland, ist hier aber wohl eher der Wunsch Vater des Gedankens. Heimliche Hauptstadt des Naturradlers aber sind die Kulmbacher – das muss man ihnen lassen.

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Bilderbuch | The Instant Voodoo Kit

Wann weiß man, dass ein Konzert spitze war? Wenn nach einer Woche die Stimme immer noch verschwunden bleibt und der Muskelkater in den Beinen nicht verschwinden mag. Uns geht’s seit vergangenem Samstag so, und euch? Hier die Bilder des Auftritts von The Instant Voodoo Kit im Stilbruch.

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Vorgestellt | The Instant Voodoo Kit

Ist es nötig, eine Band wie The Instant Voodoo Kit vorzustellen, die im Süden Deutschlands bereits fast ein jeder kennt? Eigentlich nicht, wir tun es dennoch.

The Instant Voodoo Kit ist…

… ein mittlerweile aus zehn Männern und drei Frauen bestehendes Künstler- und Musiker-Kollektiv, das sein Dasein nicht in modrigen Proberäumen und dunklen Tonstudios fristen, sondern Musik vor und für Menschen auf der Bühne machen möchte. Entsprechend nutzen sie, die sie aus Würzburg kommen und heute über ganz Deutschland verteilt leben, die Gunst der gemeinsamen Stunde und geben morgen Abend, am 25. März, spontan ein Acoustic-Konzert im Stilbruch. Denn hier finden sie all das, was für so einen Auftritt nötig ist: „den Platz, die Leute und das Bier – eine tolle Location“.

Ihre Musik ist…

… grenzüberschreitende Kunst: Sie ist Rock’n’Roll und Ska, Klezmer und Balkan, Swing und Chanson; sie ist Klarinette und Saxophon, Tuba und Posaune, Banjo und Harfe, Geige und Cello; sie ist vielschichtig und vielseitig, einfallsreich und eingängig; sie ist ein Potpourri unterschiedlichster Einflüsse und somit ist sie vor allem eines nicht: langweilig.

Ihre Show ist…

… kreatives Chaos. Sie unterstreicht die musikalische Vielfalt der Band und gleicht mit den kuriosen Kostumierungen sowie der originellen Requisite einem bunten Varieté, dessen Bann man sich kaum zu entziehen vermag. Entsprechend sind sie nicht nur auf den Bühnen im Süden des Landes, sondern auf denen in ganz Deutschlands zuhause – ob Mainz und Leipzig oder Hamburg und München.

Feuer gefangen? Dann hier reinhören und morgen Abend um 20.30 Uhr im Stilbruch vorbeischauen.

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Interview | Better Call Soul – pink mike & LeNeuf

LeNeuf und pink mike, zwei Soul-Supporter, die vor einigen Jahren gemeinsam beschlossen, die Veranstaltung „Better Call Soul“ ins Leben zu rufen, um so Frischluft in die Techno- und House-Hochburg Bamberg zu bringen. Wir haben mit den beiden vor ihrem Auftritt am 17. März im Stilbruch gesprochen:

Stilbruch: Wie seid ihr dazu gekommen, die Veranstaltung „Better Call Soul“  ins Leben zu rufen und so den Soul nach Bamberg zu bringen?
LeNeuf (Daniel): Das war doch eigentlich so ne klassische Schnappsidee, oder?
pink mike (Michi): Schnapsidee ja, aber du hast ja begonnen und hast die erste „Better Call Soul“-Veranstaltung alleine gemacht. Ich selber hatte vorher ab und an mal abends im Freiraum Soul aufgelegt, was aber keine feste Veranstaltung war. Irgendwann bin ich auf dich zugegangen und gemeinsam haben wir dann – bei viel Schnaps – festgestellt, dass unsere musikalischen Richtungen doch recht deckungsgleich sind. Von da an haben wir diese Veranstaltung zusammen aufgezogen.
Und warum Soul?
LeNeuf: Bevor ich diese Musik entdeckt hab, hab ich ab und an Punk und Indie aufgelegt. Irgendwann bin ich Zuhause, auf Youtube oder so, zufällig auf diese Soul-Schiene gestoßen und dachte mir so: geil, taugt mir ziemlich. Und wenn mir etwas gefällt, dann such ich weiter. Nach und nach hab ich mir dann hunterte Soul-Platten gekauft. Aber ich weiß noch, die ersten Male gings beim Auflegen öfter mal: Michi, ich hab keine Platten mehr, mach du weiter!
pink mike: Ich hab als Jugendlicher lange nach einer Musikrichtung gesucht, die mir zusagt, und bin dann irgendwann auf 70-er Jahre Disco-Musik gestoßen. Von dort aus gings weiter Richtung Soul. Als ein Kumpel gefragt hat, ob ich in Braunschweig bei einem Soul Allnighter auflegen möchte, hab begonnen, mir Platten zu kaufen. Zu dem Zeitpunkt hab ich nochmal gemerkt, dass Soul eine derart vielfältige Musikrichtung ist, die mir total zusagt – von den Texten, den Melodien und den Liedstrukturen her. Deswegen bin bei Soul geblieben. Dass wir hier und heute Soul auflegen, liegt aber auch daran, dass Techno und House in Bamberg tatsächlich sehr präsent sind. Das merken wir an den Rückmeldungen, die wir während und nach unseren Veranstaltungen bekommen, denn die Leute freuen sich, dass es mal was anderes gibt.
Ihr legt ausschließlich analog mit Schallplatten und Plattensppielern auf. Warum keine Spotify-Playlist und ab ans Glas?
pink mike: Als ich nach Bamberg kam, hab ich viel mit Laptop aufgelegt – Electroswing und House – bin davon aber komplett weg, weil es mich irgendwann nur noch genervt hat. Man kann sich mittlerweile so viel Musik aus dem Internet besorgen – entweder bezahlt oder kostenlos -, dass ich irgendwann überfordert war mit diesem Überangebot. Mit Vinyl habe viel mehr Verbindung zu einem Track. Klar muss man da auch Geld in die Hand nehmen, aber man kauft sich keine 50 Platten auf einmal, sondern vielleicht zwei, drei und hört die dann auch mal richtig durch und überlegt sich, welcher Song wo und wann passt. Für mich war das so ein Aha-Erlebnis, durch das mir das Auflegen heute wesentlich mehr Spaß macht.
LeNeuf: Ich war auch schon immer ein Analog-Fan. Klar hatte ich auch meinen MP3s auf dem Rechner. Aber ich hab schon früh gemerkt, dass ich mir wesentlich mehr Zeit für die Musik nehme, sobald ich eine CD oder Platte einlege, wohingegen am Laptop die Musik eigentlich nur nebenher läuft. Natürlich ist es schön, eine Spotify-Playlist zu haben. Aber wenn man sich intensiv mit Musik beschäftigen möchte, ist analog immer besser.
pink mike: Übrigens! Außerdem ein wichtiger Aspekt: Bis man einen Plattenspieler oder eine Plattennadel schrottet, muss man schon einen ziemlich rabiaten Umgang an den Tag legen. Eigentlich passiert da nichts, wohingegen mir damals der Laptop während des Auflegens öfter einfach abgeschmiert ist, was dann ziemlich ärgerlich ist.

LeNeuf (rechts) und pink mike.

Also ist analog auflegen sogar wesentlich sicherer?
pink mike: Definitiv, weil einfach wesentlich weniger Technik dahinter steht, die du nicht durchsteigen kannst. Der Nachteil ist die Logistik: Ein Laptop wiegt vielleicht zwei Kilo und ein USB-Stick zehn Gramm (lacht). Und um nen ganzen Abend zu spielen – also rund sechs Stunden ungefähr – brauchst du halt entsprechend viele Platten.
Wie viele besitzt ihr denn aktuell?
LeNeuf: Zuhause, 400 bis 500 ungefähr.
pink mike: Joa, so ungefähr. Und das ist noch ne relativ kleine Sammlung.
Und wie viele nehmt ihr mit für einen Abend?
LeNeuf: Gute Frage. Alles, was reinpasst in die Tasche. (lacht)
pink mike: Ich tendiere auch immer dazu, viel zu viel mitzunehmen. Es ist halt eben auch die Herausforderung: Man bestreitet zu zweit einen ganzen Abend und möchte auch eine gewisse Dramaturgie in das Set zu bekommen. Dafür braucht man eben auch eine Auswahl.
LeNeuf: Dazu kommt außerdem, dass wir uns nicht schon vorher vornehmen, was wir abends spielen. Wir wollen auf die Leute reagieren. Wenn man merkt, dass die Tanzfläche leer wird, muss man etwas ändern. Eine große Auswahl ist also gut, um dementsprechend alle Richtungen bedienen zu können, bis dann hoffentlich irgendwas ankommt und die Tanzfläche sich wieder füllt.
Hier in Bamberg habt ihr schon einige Locations bespielt – alle mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Vorzügen. Was sind die Voraussetzungen und Vorzüge im Stilbruch?
LeNeuf: Ihr habt Otto Hübner. Punkt. (lacht)
pink mike: Ja dann füg ich hinzu: Ihr habt Jever. (lacht)
LeNeuf: Nein, man hat hier auf dem Podest das DJ-Pult eine klasse Übersicht und davor eine gerade, große Tanzfläche. Es ist einfach sehr schön aufgebaut und aufgeteilt. Man hat alles im Blick, es zieht die Leute nach vorne zum Tanzen, weil der Barbereich eher weiter hinten im Raum liegt. Und wenn wir auflegen, wollen wir auch, dass die Leute sich bewegen.
pink mike: Also von dem Schatz an Platten, den wir besitzen, spielen wir viele, zwar nicht nur, aber eben viele bekannte Sachen. Tracks, zu denen man tanzen kann. Unser Anspruch ist es schlichtweg, dass ordentlich Bewegung auf der Tanzfläche herrscht. Und das ist hier im Stilbruch möglich.
Was sind eure Aussichten als DJ-Duo für die Zukunft?
LeNeuf: Also Michi ist jetzt weg, in Hamburg, und wir schauen, dass wir in etwa alle zwei Monate in Bamberg eine „Better Call Soul“-Veranstaltung starten.  Außerdem sind wir aktuell auch dabei, das Ganze etwas in die Ferne zu tragen: Wir sind jetzt beispielsweise morgen das zweite Mal in Mainz, im Schick und Schön. Und wir schauen außerdem, ob wir in Hamburg eine Location finden. Das sind so unsere Pläne.
Dann alles gute euch beiden und danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt.

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