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Fragestunde | Andi Valandi & Band

Sie kommen aus Dresden, sie machen schnörkellosen und kraftvollen Krautblues-Protopunk inklusive poesievoller Texten und Reibeisenstimme und sie stehen anlässlich ihrer Franken-Thüringen-Tour am 20. Mai zu dritt auf der Bühne des Stilbruch : Andi Valandi & Band. Vorab haben wir ihnen einige Fragen gestellt.

STILBRUCH: Wie viel Alkohol muss man getrunken haben und wie viele Zigarette geraucht, um eine solche Reibeisenstimme wie Andi Valandi zu bekommen?
ANDI VALANDI & BAND: Die Antwort ist 42. Ganz Ehrlich? Keine Ahnung. Das geht auch ganz ohne diese Lifes-Style-Drogen, würde ich sagen, und ist eher eine Frage der (Atem-) Technik.
Los ging’s damals, 2013, solo als Straßenmusiker mit Hut und Klampfe. Wie weit ist heute noch der Weg zum vom so sehnlich erträumten Whirlpool inklusive Schampus?Hahaa, weit, gaaanz weit, hoffe ich. Dann bleibt man mit den Füßen auf dem Boden und kann weiter in Ruhe rum spinnen. Wobei ich neulich vor ´nem Auftritt in einer heißen Badewanne lag und den billigsten trockenen Sekt aus dem Supermarkt schlürfte. Zählt das schon?
Sagen wir mal „Jein“. Aber hat eben dieser Traum euch 2015 als Band zusammenfinden lassen, oder was war der Grund?
Ja nee. Wir sind ne Handvoll Dresdner Kiez-Kiddies die sich einfach zusammengefunden haben, weil sie einfach Musik machen wollen. Ganz klassisch. Unsere Musik, darum geht’s. Ob du dann im Heu in der Scheune pennst oder im Hotel ist nebensächlich.
Ihr macht, so sagt ihr zumindest selbst, wilden Krautblues und Straßenköter-Protopunk – irgendwie undefinierbar, irgendwie ungreifbar. Warum wollt ihr in keine Schublade passen? Es wäre so viel einfacher.
Ja, schon. Aber Mal ehrlich, wo packst du uns denn rein? Blues? Ja, Naja. Punk? Ja auch. Irgendwas dazwischen halt. Und außerdem ist es sexy, eine eigene Schublade zu haben, oder?
Hätte tatsächlich auch gerne eine. Was anderes: Einer eurer Songs, „Muddi muss weg“, handelt davon, dass man mit 30 noch Zuhause lebt, die Muddi einfach nur nervt und aus dem Haus muss. Autobiographisch? Und falls ja, hast du es geschafft?
Ja.
Glückwunsch! Mal etwas ernster: Vor dem Hintergrund des aktuellen Zeitgeists, in dem Patrioten in eurer Heimatstadt Dresden einmal pro Woche „spazieren gehen“ und Flüchtlingsunterkünfte in Brand gesteckt werden: Wie politisch darf oder muss Musik eurer Meinung nach sein?
Kunst darf halt alles. Sie kann so politisch sein, wie sie will, und muss gleichzeitig überhaupt nichts. Wobei ich mich zu den Leuten zähle, die sagen: „Alles ist politisch!“ Eine Band wie TonSteineScherben zum Beispiel ist selbstverständlich politisch. Aber es hat genauso eine Aussage, zum Roland-Kaiser-Konzert zu gehen oder Bratwurst zu essen oder mit den Kindern auf den Spielplatz zu gehen. Oder eine Toilettenschüssel irgendwo hinzustellen und zu sagen: „Das ist Kunst!“ Aus dem allen kann man irgendwas ablesen. Und wenn es vielleicht nur folgende Aussage ist: Das und das interessiert mich nicht. Auch das ist doch politisch, oder man kann es zumindest so sehen.
Was sind Erfahrungen, die ihr selber schon mit Pegida gemacht habt?
Naja, die Stimmung ist ungewöhnlich aufgeheizt, mittlerweile seit mehreren Jahren, und der Diskurs wird immer aggressiver, dass man ihn meistens nicht mehr als solchen bezeichnen kann. Und seither gehen hier in der Umgebung dauernd die Heime in Flammen auf. Das ist schon bedrückend und macht ne ganz eklige Stimmung. Wir haben vor knapp zwei Jahren vor vielleicht 10.000 Leuten auf einer No-Pegida-Demo gespielt, das fand ich dann wieder ganz aufmunternd, auch wenn uns wahrscheinlich nur die ersten paar Reihen gehört haben.

Andi Valandi & Band spielen auf der Veranstaltung „Herz-statt-Hetze“ gegen Rechts.

Abschließend noch eine Frage: Ihr seid im Mai und Juni fleißig auf Tour unterwegs. Wieso zieht‘s euch nach Bamberg und warum in den Stilbruch?
Mein Onkel wohnt in Bamberg, aber das war denk ich mal nicht der Grund, dass wir unbedingt zu Euch wollten. Ich mein wir fahren einfach ne gute Woche in Franken und Thüringen rum und wollen halt Musik machen. So ungefähr ist das Konzept. Deshalb spielen wir auch bei euch. Danke dafür!
Gerne doch! Danke für das Interview.

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BANDPROFIL – ANDI VALANDI & BAND
Besetzung:
Andi Valandi (Gesang und Gitarre)
Frank Dresig (Mundharmonika und Keyboard)
Yvonne Rühle (Schlagzeug)
Platten: 
Liebe im Untergrund (2015)

Wer möchte, kann hier reinhören:

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Vorgestellt | Kosument

Die Bandmitglieder sind…

…Marius Buck (Schlagzeug) aus dem Allgäu. Er präsentiert gerne seinen bajuwarischen Dialekt, ist fanatischer Survivaldude sowie Extremsportler mit Hang zur Selbstzerstörung und außerdem leidenschaftlicher Pilzesammler…

…Stefan Goldbach (Kontrabass) aus Bamberg, was auch die vielleicht aufkommende Frage beantwortet, warum es Konsument in den Stilbruch verschlägt. Er hat den vollsten Terminkalender der Welt, weil sein Lebensmotto, seitdem er Jim Carrey in „Der Ja-Sager“ gesehen hat, „Sag niemals nein!“ lautet, weshalb er immer einen etwas gequälten Eindruck macht…

…Marlon Kron (Rap) aus Saarbrücken, der, notorisch tiefenentspannt und mit Hang zur Depression, ein echter Texter eben, leidenschaftlich gerne textet und neue Songs kreiert…

…Hannes Gajowski (Gitarre), Rostocker, hat viele lustige Ticks, lacht viel und wirkt manchmal etwas autistisch.

Ihre Musik…

…entstand ursprünglich aus der Idee heraus, Rap und Live-Band gemeinsam auf eine Bühne zu bringen. Was in der Theorie sehr theoretisch war, war in der Praxis sehr praktisch, denn so konnten Konsument die unterschiedlichsten Einflüsse aus Jazz und Punk, aus progressiven und psychedelischen Rock mit härteren Metal-Parts zu einem neuen, einzigartigen Sound vereinen. Ihre Songs macht das – natürlich im positiven Sinne – wunderbar unberechenbar.

Auf Tour unterwegs…

… sind Konsument in 12 deutschen Städten, darunter Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig und natürlich auch Bamberg, wo die vier Jungs aus Saarbrücken am 18. Februar live und in Farbe auf der Bühne stehen werden. Also: Save the date!

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Vorgestellt | YUNG

Die musikalischen Wurzeln …

… von Frontman und Sänger Mikkel Holm Silkjær liegen weit zurück, nämlich in dessen Kindheit, als sein Vater ihn im Alter von vier Jahren an ein Drumset setzte. Für viele Eltern wohl die Horrorvorstellung schlechthin. Mikkels Glück: Er wuchs in einer Musikerfamilie auf, genoss eine entsprechende Erziehung, spielte in mehrerern Bands –  u. a. in Hardcore Punk Bands -, schrieb nebenbei aber auch eigene Songs. Songs, die stilistisch nicht in diese Hardcore-Schiene passten, die er deshalb im stillen Kämmerchen aufnahm, wo sie lange Zeit niemand zu hören bekam. Bis in das Jahr 2015, als aus dem lange geheimgehaltenen Studioprojekt, dem er dem Namen YUNG gab, eine Live-Band formen wollte, für die er die Musiker Tobias Guldborg Tarp (Bass), Frederik Nybo Veile (Drums) Emil Zethsen (Gitarre) um sich versammelte. Der Ort: Aarhus, zwar nur zweitgrößte Stadt Dänemarks, den Punk Rock betreffend aber die Nummer Eins. Und ab dem Tag der Gründung um eine Band mehr bereichert.

Der Sound…

… ist irgendetwas zwischen melodischem Punk und Alternative:  irgendwie ungekämmt, ungehobelt, gitarrenlastig, minimalistisch und gleichzeitig so eindringlich wie das Gefühl, nach einer Kanne Tee die Toilette aufsuchen zu müssen. Wer auf MGMT ohne das „electric feel“, aber dafür mit ordentlich Gitarre steht – reinhören.

Ihr Debütalbum…

A Youthful Dream  hat etwas raues, beinahe wildes, was möglicherweise an dem Ort liegt, an dem YUNG das Album aufnahmen: im „Silence Studio“ an einem kristallklaren See, umringt von den undurchdringlichen Wäldern inmitten der rauen und wilden Natur Schwedens.

Sie nutzen die Gunst der visafreien Stunde…

…. und touren derzeit – so lange es noch geht – durch das Vereinigte Königreich, spielen aber auch in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und in Deutschland, wo sie am Freitag, den 08.07.2016, ab 21. Uhr im Stilbruch auftreten. Hoffentlich mit euch!

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Amplified Backdoor Creatures im Interview

ROBOT-WILL-FUTURE-DELAY-ROCK – ein Musikgenre, das dem Namen nach klingen muss, als wäre der Terminator auf der Suche nach Sarah Connor mit seiner Zeitmaschine nicht in den 80ern, sondern in den 60ern gelandet und hätte dort, anstatt sich um das Ableben der eben Genannten zu kümmern, eine Band gegründet. Ganz so lief es bei den Amplified Backdoor Creatures – wenn man den Worten von Bandgründer Wieland Netzband glauben schenken mag – allerdings nicht ab, auch wenn die Band die eigene Musik offiziell  als ROBOT-WILL-FUTURE-DELAY-ROCK beschreibt. Ihre Wurzeln haben die Amplified Backdoor Creatures aber vielmehr im Stoner der 90er Jahre, lassen jedoch auch elektronische Nuancen in ihre Musik mit einfließen. Die Band – 2009 in Berlin gegründet – besteht aus den vier Musikern Wieland, Volker, Enrico und Marcel. Live wird das Ensemble von Tilly abgerundet, die bei Konzerten die Synthesizer bedient.

Derzeit befindet sich die Band auf großer Tour: Deutschland, Tschechien und Belgien stehen auf dem Programm. Am 26. September kommen die Amplified Backdoor Creatures nach Bamberg und spielen live im Sound-n-Arts, wo sie von den Simeon Soul Chargern supportet werden.

Im Vorfeld dieses Gigs haben wir für euch via Skype mit den Amplified Backdoor Creatures ein Interview geführt – viel Spaß!

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